Projekte

Obstwiesenprojekt

Streuobstwiesen prägen seit Jahrhunderten unsere heimische Kulturlandschaft. Kaum ein Hof ohne Obstwiese oder ein Feldweg ohne Obstbaumreihe, aber in den letzten Jahrzehnten gingen vor allem durch Aufgabe der traditionellen Obstwiesennutzung und durch Ausweitung von Siedlungs- und Industrieflächen viele Obstwiesen verloren.

Zum Schutz dieses wertvollen Lebensraumes rief 1995 die Biologische Station das Obstwiesenprojekt ins Leben. Seit dem werden mit der Unterstützung durch Praktikant/innen Obstwiesen des Kreises kartiert, Besitzer beraten, Nach- und Neupflanzungen organisiert und Baumpflege durchgeführt.

Ziele sind die Sicherung und Entwicklung der noch vorhandenen, extensiv genutzten Streuobstwiesen im Kreis Herford, die Neuanpflanzung weiterer Streuobstwiesen und der Erhalt der regionalen Sortenvielfalt

Neue Bestellungen

Bestellungen für die Obstbaum-Verteilaktion im Herbst 2020 werden mit der überarbeiteten Bestellliste bis Ende September entgegengenommen!

Zuständige Mitarbeiterin

Frau Anna Brennemann
brennemann@bshf.de
05223-78250
Durchwahl:
05223 – 1837769

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Um den Lebensraum Streuobstwiese kreisweit zu erhalten, werden Neuanpflanzungen unterstützt bzw. Besitzern von Wiesen wird die Nachpflanzung empfohlen. Von 1995 bis 2019 konnten durch die jährlichen Obstbaumverteilaktionen 6594 Obstbäume regionaler Hochstammsorten an Interessenten abgegeben werden. Das Interesse ist nach wie vor rege; jedes Jahr können etwa 40 bis 50 Abnehmer registriert werden. Viele Abnehmer bleiben dem Obstwiesenprojekt treu und ergänzen regelmäßig ihre Obstwiese.

Von den 387 Bäumen, die 2019 vergeben wurden, waren wieder einige sogenannte “Reiserbäume”, die im Auftrag der Station von einer Baumschule erfolgreich aufgereisert wurden. Die Liste der “Reiserbäume” wächst stetig. Bedingt durch diese vermehrte Nachfrage wurden bereits einige historische Lokalsorten wieder in das aktuelle Angebot einiger Baumschulen wieder aufgenommen.

Ein Gegenstand der weiteren Arbeit ist die Einarbeitung neuer Kartierungen und Nachpflanzungen in das GIS (Geographisches Informationssystem) der Station. So können weitere Aktivitäten im Obstwiesenprojekt noch besser organisiert und durchgeführt werden. Geplant ist die Anlage von neuen und die Ergänzung von bestehenden Obstwiesen.

In diesem Jahr feierte das Obstwiesenprojekt sein 25 jähriges Bestehen. Auch in den kommenden Jahren sind weitere Obstsammelaktionen, Schnittseminare, Sortenbestimmungen und Obstbaumverteilaktionen geplant.

Im Jahr 2018 hat die Biologische Station eine kreisweite Erhebung der Streuobstwiesenbestände durchgeführt. Die Anzahl der wertvollen Wiesen ist in den letzten Jahren erheblich gesunken (siehe unter Veröffentlichungen). Streuobstwiesen sind extensiv bewirtschaftete Wiesen mit hochstämmigen Bäumen verschiedener, historischer und regionaler Obstsorten. Mit zunehmenden Alter steigt ihre ökologische Bedeutung. Ihr Erhalt und ihre Pflege sind landesweit wichtige Ziele des Natur- und Artenschutzes. Typische Bewohner der Streuobstwiesen sind Steinkauz, Feldsperling, Siebenschläfer, verschiedene Fledermausarten, Wildbienen und Schmetterlinge. Die Biologische Station hat sich deswegen für ihr Projekt zum besseren Schutz der Streuobstwiesen um finanzielle Unterstützung bemüht – mit Erfolg!

Die Durchführung des neuen, auf zwei Jahre begrenzten Projekts wird durch Fördermittel zweier Stiftungen ermöglicht: Die Stiftung der Sparkasse Herford fördert die Pflanzung und Pflege von Bäumen. Die Stiftung Zukunft im Wittekindskreis stellt Mittel für zusätzliche Projektkosten zur Verfügung.

Ziele des Projektes sind die Verbesserung der bestehenden Wiesen z.B. durch Nachpflanzen fehlender Bäume oder die komplette Neuanlage. Ebenso wichtig ist die fachliche und praktische Unterstützung der Eigentümer. Viele Besitzer und Bewirtschafter der alten und neuen Obstwiesen können nicht mehr selbst aktiv werden oder benötigen fachliche Anleitung und die Vermittlung von praktischem „knowhow“.

Im Rahmen des „neuen Obstwiesenprojektes“ ist gewissermaßen zur Initialzündung die Pflanzung von 200 neuen Bäume finanziert. Dies gilt auch für den Pflegeschnitt älterer Bäume, um bereits bestehende Bestände zu verbessern. Dafür ist im Projekt die Pflege von 200 Altbäumen gesichert. Darüber hinaus will die Biologische Station weitere neue Obstwiesen anlegen, viele Lücken auf bestehenden Flächen schließen und sich kreisweit für eine dauerhafte Pflege einsetzen.