Füllenbruch

Allgemeines zum Gebiet

Das Füllenbruch liegt zentral zwischen Hiddenhausen und Herford. Allein dadurch ist es Naturschutzgebiet und Naherholungsgebiet zugleich. Es besteht aus artenreichen Feuchtwiesen, kleinen Waldgebieten, Röhrichtbeständen, Hochstauden und Teichen, die nach der Rodung des ursprünglichen Bruchwalds im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind. Seit 1996 steht das Gebiet auf einer Fläche von 138 ha unter Naturschutz. Viele Wiesen werden extensiv bewirtschaftet, z.B. nicht gedüngt, wovon Flora und Fauna besonders profitieren. Im Zentrum verläuft der Düsedieksbach, ein Seitenarm der Werre. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Abschnitte des Baches naturnah gestaltet.

Besonderheiten Natur

Die Feuchtwiesen verwandeln sich im Mai und Juni in ein rosafarbenes Meer aus Kuckucks-Lichtnelken. Sumpf-Dotterblumen, Wasser-Greiskraut und Sumpf-Vergissmeinnicht in den Wiesen und Mädesüß, Echter Baldrian und Gewöhnlicher Blutweiderich in den Hochstauden und Gräben runden die Farbpalette ab.
Durch den offenen Charakter der Landschaft fühlen sich im Füllenbruch Weißstörche und Kiebitze besonders wohl. Die vielen Gehölze werden aber auch von Grasmücken und den laut singenden Nachtigallen bewohnt. Und der Kuckuck findet bei den vielen Singvögeln wie Sumpf- und Teichrohrsänger genug Wirtsvögel für seine untergeschobenen Eier. Seit Jahrzehnten brütet im Füllenbruch die seltene Rohrweihe, ein bodenbrütender Greifvogel. Im Jahr 2019 hat ein Paar erfolgreich im Grünland gebrütet, eine Ausnahme, denn eigentlich macht sie ihrem Namen alle Ehre und brütet in Schilfbeständen.

Kuckucks-Lichtnelken im NSG Füllenbruch

Ziel des Naturschutzes

Die Erhaltung und Entwicklung feuchter, artenreicher Wiesen und feuchter Biotope in den Waldgebieten ist primäres Ziel, ebenso die Aufrechterhaltung des Offenland-Charakters.
In Planung ist der Bau einer Natur-Beobachtungshütte, die einen besonderen, bisher unbekannten Einblick in das Gebiet geben wird.

Tätigkeitsschwerpunkte der Biologischen Station

Ein Schwerpunkt der praktischen Maßnahmen sind Gehölzarbeiten in den Wintermonaten. Entlang der Ziegelstraße stehen zahlreiche Kopfweiden und Gehölze, die in regelmäßigen Abständen auf den Kopf beziehungsweise Stock gesetzt werden. Im Jahr 2018 wurde eine große Streuobstwiese mit historischen und regionalen Obstsorten angepflanzt.
Leider schaffen es auch Arten in ein Naturschutzgebiet, die heimische Arten verdrängen. Der Staudenknöterich wird deshalb seit vielen Jahren im Naturschutzgebiet mechanisch bekämpft, um eine Ausbreitung zu minimieren. Im Füllenbruch wirtschaften Landwirte, die spezielle Aufgaben im Sinne des Artenschutzes erfüllen. Bei der Umsetzung ihrer Tätigkeiten werden sie von den Biologen der Station eng begleitet und beraten.

Pflanzen einer Obstwiese im NSG Füllenbruch
Lage
Weitere Informationen

Fachinformationen Land NRW

Besonderes

Ehemalige Kleinbahntrasse als Rad- und Fußweg

Fahrrad-Naturtour Hiddenhausen mit Wegpunkten im NSG Füllenbruch

3 Informationstafeln im NSG informieren die Besucher:

Mehr Platz für den Lippinghausen Bach

Vom Bruchwald zum Wiesental

Der Düsedieksbach im Füllenbruch

Eine Natur-Beobachtungshütte ist in Planung

Regeln beim Betreten eines Naturschutzgebiets
  • Bitte bleiben Sie auf den Wegen
  • Hunde sind anzuleinen
  • Müll bitte nicht wegwerfen
  • Kein Feuer machen und nicht grillen
  • Pflanzen nicht entnehmen oder beschädigen
  • Wildlebende Tiere nicht beunruhigen