Veranstaltungen

Freitag - 04.06.2021

Vom Gut Böckel zum Voßholz

Diese Wanderung hat Kultstatus. Sie wird seit über 20 Jahren ununterbrochen jedes Jahr Anfang Juni angeboten. Viel Natur, etwas Geschichte (Landschaft und Gut) und Anekdoten von interessanten Besuchern auf dem alten Herrensitz machen eine gute Mischung aus.

Leitung:Eckhard Möller, Klaus Nottmeyer
Treffpunkt:  Rilkestraße, Haupttor Gut Böckel, Rödinghausen
Dauer:   19.00 – 21.30 Uhr
Teilnahmegebühr:Entfällt
Anmeldung:Nicht erforderlich
Aktuelles

Dienstag - 20.10.2020

Ein zweiter Biber in der Elseaue

Seit Ende Juli 2020 verfolgt die Biologische Station Ravensberg die Tätigkeiten des treuen Bibers Rasputin in der Elseaue. Immer wieder lässt er sich auf den Bildern der angebrachten Wildkameras blicken. Jetzt im Herbst können auch Fraßspuren in den Auenbereichen festgestellt werden. Rasputin scheint gerade sehr aktiv zu sein, was die Biologische Station natürlich freut. Und es gibt noch einen Grund zur Freude: Die Wildkameras zeigen nun zweifellos auch die Aktivität eines weiteren, kleineren Bibers in der Elseaue! Noch ist unklar, wo das Tier hergekommen ist und ob es nur auf der Durchreise ist. Jetzt gilt es mehr über die Biber der Elseaue herauszufinden.

ein kleiner und ein großer Biber am selben Standort
Veranstaltungen

Sonntag - 11.07.2021

Spürnasen in der Natur – Mit allen Sinnen in Bewegung

Im Wald spielen, sich ausprobieren, die Natur einmal anders entdecken, toben, spüren und entspannen – bei der Naturerlebnisführung für Familien mit Kindern von 6 bis 11 Jahren ist für jeden etwas dabei.
Anmeldung bis zum 06.07. bei der Biologischen Station erforderlich.

Leitung:Thomas Wehrenberg
Treffpunkt:  Randringhausen, Kurhaus Bültermann, Bäderstraße 102, Bünde
Dauer:   14.30 – 17.00 Uhr
Teilnahmegebühr:3,00 €
Anmeldung:Anmeldung bis zum 06.07. bei der Biologischen Station erforderlich.
Veranstaltungen

Samstag - 10.07.2021

Vom Weserhafen zum Wittekindstein Fahrrad-Naturtour durch Vlotho

Der Aufstieg in das Vlothoer Bergland beginnt am tiefsten Punkt der Tour, am Ufer der Weser. Verlässt man den alten Hafen lassen sich an der Linnenbeeke erfolgreiche Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung bewundern. Dann geht es vorbei an Feuchtwiesen, Artenschutzgewässer und dem Vlothoer Kurpark hinauf zum Kleinen Selberg. Hier steht ein nennenswerter Bestand der Wacholderheide. Weiter zum Eiberg ergibt sich ein herrlicher Blick über das Lipper Bergland. Ein Grasweg führt an einem Netz von Hecken entlang, bevor es zurück über den Wittekindstein nur noch bergab an die Weser geht. Wissenswertes zu Tieren und Pflanzen, über die lokale Geschichte und über die jahrhundertealte Verbindung von Mensch und Kulturlandschaft lassen sich an den 18 Wegpunkten auf dem 22 km langen Rundweg erfahren. Weitere Informationen unter www.fahr-im-kreis.de. Anmeldung ist nicht erforderlich.

Leitung:Thomas Wehrenberg
Treffpunkt:  Vlothoer Weserhafen, Am Fährhof
Dauer:   14.00 – 17.00 Uhr
Teilnahmegebühr:3,00 €
Anmeldung:Nicht erforderlich
Veranstaltungen

Sonntag - 21.03.2021

Vögel im Naturschutzgebiet Enger Bruch

Ende März ist am Top-Rastplatz für Zugvögel westlich von Enger einiges zu erwarten. Die durchziehenden Gäste sind immer für Überraschungen gut.

Leitung:Klaus Nottmeyer, Holger Stoppkotte
Treffpunkt:  Parkplatz Ringstraße / Ecke Bolldammstraße, 32130 Enger
Dauer:   9.00 – 11.00 Uhr
Teilnahmegebühr:3,00 €
Anmeldung:Nicht erforderlich
Veranstaltungen

Samstag - 20.02.2021

Nistkastenbau

Vögel bei der Brut und Aufzucht der Jungen im selbst gebauten Nistkasten zu beobachten, ist eine spannende Beschäftigung. Die Teilnehmer dieses Seminars können unter fachkundiger Anleitung Nistkästen für die Vögel im heimischen Garten bauen. Die Bausätze für Meisen, Kleiber, Rotkehlchen & Co. sind vorbereitet und werden mit Schraubendreher und Hammer zusammengebaut. Die Veranstaltung ist auch für Kinder ab 4 Jahren geeignet. Die Teilnehmerzahl ist auf 10 begrenzt.

Leitung:Anna Brennemann
Treffpunkt:  Biologische Station Ravensberg, Am Herrenhaus 27,
Dauer:   14.00 – 16.00 Uhr
Teilnahmegebühr:15,00 € pro Nistkastenbausatz
Anmeldung:Anmeldung bis 12.02. bei der Biologischen Station.
Veranstaltungen

Samstag - 13.02.2021

Erziehungsschnitt an jungen Kernobstbäumen

Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, einen ca. 3-jährigen Obstbaum unter Anleitung selbst zu schneiden, bitte Rosenschere mitbringen. Wetterfeste Kleidung wird empfohlen.
Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet bei Temperaturen unter minus 5 Grad nicht statt.

Leitung:Georg Borchard
Treffpunkt:  Obstwiese gegenüber Maasbeeker Str. 37, 32602 Vlotho
Dauer:   13.30 – 16.00 Uhr
Teilnahmegebühr:5,00 €
Anmeldung:Nicht Erforderlich
Veranstaltungen

Samstag - 30.01.2021

Obstbaumschnitt Fruchtholzschnitt an älteren Kernobstbäumen

Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, einen Obstbaum unter Anleitung selbst zu schneiden. Die Bäume wurden vor ca. 20 Jahren gepflanzt, sie gehen nun in die Fruchtphase über. Zuerst wird der Erziehungsschnitt überprüft und anschließend werden Techniken zur Fruchtholzförderung demonstriert. Wetterfeste Kleidung wird empfohlen.
Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet bei Temperaturen unter minus 5 Grad nicht statt.

Leitung:Georg Borchard
Treffpunkt:  Obstwiese MadlietWeg 89, 32130 Enger
Dauer:   13.30 – 16.00 Uhr
Teilnahmegebühr:5,00 €
Anmeldung:Nicht Erforderlich
Veranstaltungen

Samstag - 16.01.2021

Obstbaumschnitt: Erziehungsschnitt an jungen Kernobstbäumen

Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, einen ca. 3-jährigen Obstbaum unter Anleitung selbst zu schneiden, bitte Rosenschere mitbringen. Wetterfeste Kleidung wird empfohlen.
Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung findet bei Temperaturen unter minus 5 Grad nicht statt.

Leitung:Georg Borchard
Treffpunkt:  Obstwiese Eilshauser Str., Bushaltestelle Am Kleinbahnho
Dauer:   13.30 – 16.00 Uhr
Teilnahmegebühr:5,00 €
Anmeldung:Nicht erforderlich
Veranstaltungen

Sonntag - 11.10.2020

Pilzexkursion durch das Wiehengebirge

Kein Bild und keine App ersetzen die Betrachtung der Pilze in der Natur. Um Verwechslungen zu vermeiden sind Kenntnisse der makroskopischen Merkmale wichtig. Weiter wird die Bedeutung der heimischen Speise- und Giftpilze für unsere Tier- und Pflanzenwelt erläutert. Während der Exkursion können Pilze für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Dabei wird das richtige Sammeln von Pilzen besondere Bedeutung finden. Schädigungen der Flora und insbesondere des Pilzbestandes sollen vermieden werden. Ein Pilzlehrbuch kann beim Kursleiter erworben werden.

Bitte bringen Sie ein Messer und einen Sammelbehälter (keine Plastiktüte) mit.

Leitung:Manfred Lindenau
Treffpunkt:  Haus des Gastes (Parkplatz), Rödinghausen
Dauer:   13.00 bis 16.15 Uhr
Teilnahmegebühr:10,00 €
Anmeldung:bei der VHS im Kreis Herford unter 05221/5905-0 oder info@vhsimkreisherford.de
Veranstaltungs-Nr.20-68000
Veranstaltungen

Sonntag - 25.10.2020

Pilzexkursion durch das Wiehengebirge

Kein Bild und keine App ersetzen die Betrachtung der Pilze in der Natur. Um Verwechslungen zu vermeiden sind Kenntnisse der makroskopischen Merkmale wichtig. Weiter wird die Bedeutung der heimischen Speise- und Giftpilze für unsere Tier- und Pflanzenwelt erläutert. Während der Exkursion können Pilze für den eigenen Bedarf gesammelt werden. Dabei wird das richtige Sammeln von Pilzen besondere Bedeutung finden. Schädigungen der Flora und insbesondere des Pilzbestandes sollen vermieden werden. Ein Pilzlehrbuch kann beim Kursleiter erworben werden.

Bitte bringen Sie ein Messer und einen Sammelbehälter (keine Plastiktüte) mit.

Leitung:Manfred Lindenau
Treffpunkt:  Haus des Gastes (Parkplatz), Rödinghausen
Dauer:   13.00 bis 16.15 Uhr
Teilnahmegebühr:10,00 €
Anmeldung:bei der VHS im Kreis Herford unter 05221/5905-0 oder info@vhsimkreisherford.de
Veranstaltungs-Nr.20-68001
Veranstaltungen

Sonntag - 04.10.2020

Eigene Äpfel zu Saft machen

Am 04.10. kommt “Das Saftmobil” im Rahmen des 7. Blasheimer Apfeltages mitten nach Lübbecke- Blasheim.

Es können Mengen ab 50 kg angenommen werden, Äpfel, Birnen, Quitten und weiteres. (Anmeldung erforderlich)

Bei Interesse steht Frau Aschemeier Ihnen selbstverständlich zur Verfügung (0160-7202050)

Aktuelles

Mittwoch - 16.09.2020

Infoveranstaltung in der Biostation zu den Fahrrad-Freizeitrouten im Kreis Herford

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche findet am 16.09.2020 ein Info-Vormittag in der Biologischen Station Ravensberg statt. In der Zeit von 9:30 bis 13:00 Uhr können sich Interessierte unter Beachtung der dann gültigen Abstands- und Hygieneregeln über das Thema Fahrrad-Freizeitrouten im Kreis Herford informieren.

Vorgestellt werden Tagestouren, Naturtouren, Themenrouten und vieles mehr wird. Umfangreiche Tipps zur Planung und Ausgestaltung von Fahrrad-Freizeitaktivitäten und zur Alltags-Fahrradmobilität im Kreis Herford werden gegeben. Wer möchte, bekommt eine persönliche Hilfestellung zur Anwendung von GPS-Tracks bei der Tourenplanung und der Navigation auf dem eigenen Handy.

Unterstützt wird der Infotag vom Mobilitätsmanagement des Kreises Herford.

Aktuelles

Freitag - 07.08.2020

Filmischer Beweis für Biber an Bünder Else

Die Biologische Station Ravensberg hat für die Aktivitäten eines Bibers in Bünde jetzt auch filmische Beweise. Eine der drei aufgestellten Wildkameras habe das Tier Ende Juli an der Else eingefangen, freut sich Stationsleiter Klaus Nottmeyer. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handele es sich um das Männchen, auf dessen Spuren man erstmals vor fünf Jahren gestoßen war.

Der Biber an der Bünder Else ist laut Biologischer Station aktuell der einzige (nachgewiesene) Biber im gesamten Kreis Herford

Aktuelles

Samstag - 01.08.2020

Start der neuen „Freiwilligen“!

Die Biologische Station begrüßt vier neue Mitarbeiter auf Zeit

Seit 1994 haben bei der Biologischen Station Ravensberg im Kreis Herford 122 (!) junge Menschen entweder ihren Zivildienst, ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) oder ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) geleistet. Sie waren und sind ein unverzichtbarer Bestandteil besonders für die praktischen Arbeiten zum Schutz von Natur und Landschaft im Kreis Herford. Die neue Crew von vier jungen Leuten – einmal FÖJ und dreimal BFD – heißen: Joel, Fabian, Anique und Sheila.

Derzeit arbeiten die „Freiwilligen“, wie sie bei der Station genannten werden, vor allem auf vielen Flächen mit dem Freischneider und mit der Astschere (wie im Füllenbruch in Hiddenhausen) oder pflegen extensive Grünlandflächen.

Nach den 48 Zivildienstleistenden (2012 war damit Schluss) sind es mit den neuen Freiwilligen nun 48 im Freiwilligen Ökologischen Jahr und 26 Praktikanten im Bundesfreiwilligendienst, die bei uns tätig waren bzw. sind.

Es freut uns sehr, dass sich immer genügend Interessierte bei der Station melden um sich in einem Freiwilligenjahr zu engagieren und dass viele der jungen Leute, die einmal ein Jahr für den Naturschutz im Kreis Herford mitgearbeitet haben, bis heute mit der Station in Kontakt bleiben.

Wir freuen uns auf die Zeit mit den Neuen!!

Projekte

Kopfweiden

“Das Kopfbaumprojekt der Biologischen Station Ravensberg im Kreis Herford: eine erfolgreiche Verbindung von effektiver Maßnahmenumsetzung und einem EDV – gestützten Kataster”

Zusammenfassung
Im Kreis Herford (445 km²) hat die dort ansässige Biologische Station Ravensberg auf Anregung des ehrenamtlichen Naturschutzes mit der Erfassung aller Kopfbäume begonnen. Ziel ist die Organisation dauerhafter Kopfbaumpflege und die Abschätzung des notwendigen Aufwandes. Für über 90% der bisher festgestellten 6770 Bäume an 544 Standorten konnte ein genauer Pflegeplan anhand einer eigens erstellten Datenbank mit GIS-Anbindung erarbeitet werden. Seit über 20 Jahren haben Mitarbeiter der Station mit Unterstützung des ehrenamtlichen Naturschutzes über 6400 Bäume geschnitten, 226 davon in diesem Winter. Der deutliche Zuwachs geschnittener Bäume ist auf die bessere Erfassung durch das Kopfbaum-Kataster zurückzuführen. Der Einsatz eines EDV-gestützten Katasters ist nur mit der direkten Maßnahmendurchführung sinnvoll. Die zukünftige Pflege von ca. 889 Bäumen im Kreis Herford muss sichergestellt und finanziert werden, u.a. durch Spenden und Drittmittel.


Ausgangslage
In der Vergangenheit wurden Kopfbäume z.B. von den Landwirten zur Brennholz- und Weidenrutengewinnung genutzt. Später wurde die Pflege durch ehrenamtliches Engagement oder Behördeneinsatz übernommen. Die Nutzung und die Pflege ist jedoch heute vielerorts zusammengebrochen. Immer mehr Bäume sind in einen Zustand, in dem ein Rückschnitt kaum noch oder nur schwer möglich ist.

Viele Bäume sind, bedingt u.a. durch fehlende Pflege, ersatzlos entfernt worden. Die Pflege beschränkt sich auf schon einmal gepflegte oder zufällig bekannt gewordene Standorte. Durch die (im Kreis Herford abgeschlossene) Landschaftsplanung sind kaum Standorte erfasst (ca. 20 %, einige Pläne weisen Kopfbaumpflege nicht aus). Insofern war eine gezielte Planung und Umsetzung von Kopfbaumschnitt aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht möglich.

Die Notwendigkeit der Pflege war nur allgemein bekannt und konnte nicht konkret umgesetzt werden. Bekannte Standorte wiederum konnten oftmals nicht gepflegt werden, weil für die Umsetzung Personal und Finanzierung fehlten. Verschärft wurde die Situation im Kreis Herford, als die übliche Förderung privater Pflegeaktionen (30,- DM / Baum; Finanzierung über FöNa 88 und Kreismittel) Anfang der 90er Jahre gestrichen wurde. Eine Unterstützung von Maßnahmen durch die lokale Sparkassenstiftung ermöglichen eine Weiterführung der Pflege auf niedrigem Niveau.

Es ist zu vermuten, dass Vielerorts in NRW ähnliche Verhältnisse herrschen. Nur durch langjährigen und kontinuierlichen Einsatz ehrenamtlich gestützter Initiativen, wie im Kreis Paderborn, wo pro Winter über 1.000 Bäume durch die dortige Biologische Station gepflegt werden (Wolf pers. Mit.), kann ein umfassender Erhalt der Kopfbäume sichergestellt werden. Hier besteht eine besondere Tradition, die über 30 Jahre und mit inzwischen professioneller Organisation erfolgreich ist. Andere Beispiele zeigen, wie in Düsseldorf und im Kreis Mettmann, dass eine dauerhafte Pflege auch durch kommunale Einrichtungen getragen werden kann. Der vorliegende Bericht über das Kopfbaum-Kataster im Kreis Herford ist als Anregung für die Regionen in NRW zu verstehen, in denen ein ähnlicher “Pflegenotstand” wie ursprünglich im Kreis Herford vorzufinden ist.


Zielsetzung
Auf Anregung aus dem ehrenamtlichen Naturschutz, der nach wie vor Kopfbäume schneitelt und über die Notlage wusste, begann die Biologische Station 1997 mit der Erfassung der gesamten Kopfbaumbestände im Kreisgebiet Herford. Ziel des Projektes ist die konkrete Maßnahmenumsetzung verbunden mit einer dauerhaft gesicherten, zeitlich und organisatorisch abgestimmten sowie weitgehend lückenlosen Pflege der Kopfbäume im ganzen Kreis. Die zur Verfügung stehenden EDV-Mittel sollten schnell und leicht einsetzbar sein. Deshalb wurde auf herkömmliche Datenbank- und GIS-Strukturen zurückgegriffen.


Fragebogen und Kataster
Mittels eines eigenen Erhebungsbogens wurden und werden alle bekannten Standorte abgefahren (BFD, FÖJ, andere Praktikanten/innen). Abgefragt wurden neben grundlegenden Daten zu den Bäumen, wie Alter, Umfang und vor allem zum Pflegezustand (Schätzungen), Informationen über Eigentümer, Schutzstatus, Kommune, Erreichbarkeit, Zustand der Fläche(n), Beweidung usw. Auch die Art der Weiden, es wird nur zwischen “Bruch”- oder “Korbweide” grob unterschieden, ist für die zukünftige Nutzung von Interesse. “Korbweiden”-Standorte werden für die Gewinnung von Weidenruten und Stecklingen besonders hervorgehoben. Wenn möglich wurde bei der ersten Begehung mit dem Eigentümer auch ein Gestattungsvertrag für die Durchführung der Pflege verbunden mit einer Verpflichtung zur dauerhaften Sicherung der Bäume vereinbart. Problematisch sind oftmals schwer auffindbare Eigentümer, die – wie es immer öfter festzustellen ist – nicht in der Nähe der Weiden wohnen. Es kommt sogar vor, dass Eigentümer über ihren Besitz nicht ausreichend informiert sind. Gerade die Kopfbaumreihen an Gräben, Bächen etc. liegen zumeist an Flurstücksgrenzen und erschweren die Zuordnung und die Suche nach dem Eigentümer.

Als Grundlage der Kopfbaumsuche dienten zunächst die bekannten Standorte durch Maßnahmen des BUND oder NABU, oftmals mit Gestattungsverträgen, seit über 25 Jahren. Hinzu kamen eigene Informationen, Daten der Kommunen und Hinweise von Einzelpersonen. Nach gezielten Presseinformationen und anderen Öffentlichkeitsterminen gingen (und gehen) zahlreiche Meldungen aus der Bevölkerung über Kopfbaumstandorte ein.

Aufbauend auf einer von Thomas Wehrenberg erstellten Datenbank (in Access) mit einer Anbindung an das GIS der Station (Arc View) sind nun jederzeit Darstellungen der aktuellen Standorte (zur Pflegeplanung und allgemeinen Präsentation) und Abfragen nach den akuten “Pflegefällen” möglich. Es lassen sich Umfang und Aufwand der kontinuierlichen Pflege erkennen und berechnen – nachdem der nicht unerhebliche Rückstand aufgeholt ist. Dateiformat und Aufbau der GIS-Anbindung kann jeder Interessent als Kopie beziehen.


Ergebnisse
Die Tabelle zeigt den Stand der Erfassung von März 2019. Insgesamt sind im Kreis Herford mit 445 km² 6770 Kopfbäume an 544 Standorten aktuell im Kataster erfasst. Über 97 % dieser Bäume und Standorten existieren genaue Informationen, d.h. für jeden einzelnen Baum wurden Alter, Umfang, Baumart, Pflegezustand etc. aufgenommen und in einer Karte dokumentiert, die inzwischen auch mit dem GIS der Station digital erfasst ist. Neben den detailliert erfassten Kopfbäumen werden in Zukunft alle weiteren Standorte bezüglich des Informationsstandards angeglichen sowie weitere Standorte gesucht. Schätzungsweise fehlen dem Kataster noch mehrere Dutzend Standorte, vor allem solche mit einer niedrigen Baumzahl. Im Durchschnitt finden sich 12 Bäume je Standort. Auffällig ist der höhere Durchschnittswert in den NSG (über 15 Bäume pro Standort); u.a. durch ein Gebiet bedingt, das trotz geringer Größe (NSG Blutwiese mit 23,5 ha) über 100 Kopfbäume aufweist.

Bäume%Standort%
Außerhalb NSG55288246285
In NSG1242188215
Insgesamt6770100544100

Wieviele Kopfweiden stehen an wievielen Standorten im NSG und außerhalb dieser?

Der Blick auf die Übersichtskarte des Kreises Herford zeigt, dass fast alle uns bekannten Standorte genau erfasst sind. Vor allem im Bereich der Stadt Löhne baute das Kataster ursprünglich auf Meldungen der Stadtverwaltung auf. Jetzt sind aber auch diese Standorte genau überprüft worden.


Pflege
Nach einem vorsichtigen Beginn hat die Einführung des Katasters Früchte getragen und viele neue Standorte konnten erfasst und bearbeitet werden. Auch die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen “Pflegekräften” funktioniert besser, Absprachen mit Kommunen und privaten Besitzern lassen sich gezielt durchführen. Begründet durch die sich stetig verbessernde Datenlage konnte auch die Zahl der geschnittenen Bäume pro Winter deutlich gesteigert werden. Anhand der Kataster-Unterlagen wurden erstmals für den Winter 1999/2000 die pflegebedürftigen Kopfbäume ermittelt, die einzelnen Maßnahmen geplant und nach der folgenden Prioritätenliste abgearbeitet:

  1. Pflege dringend notwendig,
  2. Lage in einem NSG oder einem anderen Betreuungsgebiet der Station,
  3. Gestattungsvertrag vorhanden,
  4. Der Besitzer kümmert sich um den Verbleib des Schnittguts oder eine andere gute Lösung ist gefunden,
  5. Standort ist gut und witterungsunabhängig erreichbar.
WinterBäume
1996/9710
1997/98104
1998/99165
1999/00315
2000/01199
2001/02396
2002/03496
2003/04279
2004/05291
2005/06344
2006/07409
2007/08292
 2008/09486
2009/10254
2010/11266
2011/12255
2012/13221
2013/14256
2014/15358
2015/16316
2016/17261
2017/18231
2018/19226
Summe6430

Pflegeschnitt von Kopfbäumen im Kreis Herford in den letzten vierzehn Jahren – durch die Station mit ehrenamtlicher Unterstützung.

So konnten die Stationsmitarbeiter mit ehrenamtlicher Unterstützung erstmals in der Schnittperiode 1999/2000 über 300 Bäume pflegen. Bisher konnten im Projekt 6430 Kopfbäume geschnitten werden. Anfangs musste zumeist ein Neuschnitt nach über 10 jähriger Pause durchgeführt werden, mit entsprechend erheblichem Aufwand und großen Mengen an Schnittgut.
Allen bekannten Bäumen wurden – wenn möglich – Verantwortliche für die Pflege zugeordnet. Nur 25% der Bäume werden von den Eigentümern gepflegt. Die Pflege durch den ehrenamtlichen Naturschutz (BUND Kreis Herford und NABU Rödinghausen) und einige Maßnahmen der Kommunen erfolgen in Kooperation mit der Biologischen Station (s. folgende Tabelle).

VerantwortlichBäumeStandorteBäume in %
Pflege unklar560388
Pflege /Eigentümer157519723
Pflege / Ehrenamt580429
Pflege / Kommune7756712
Pflege / Station165010024
Pflege / Weser-Werre-Else-Projekt163010024
Summe6770544100

Wer pflegt die Kopfbäume im Kreis Herford ?


Verbleib des Schnittguts
Teilweise konnte das Schnittgut über Spendengelder der Eigentümer, des Kreises Herford oder finanziert über andere Zuwendungen gehäckselt und abgefahren werden. Vielfach gelang eine erfolgreiche Vermittlung des Schnittguts an Grundschulen oder Kindergärten zur Außenanlagengestaltung. Vorteilhaft sind Abnehmer, die selbst anfahren und Auswahl, Bearbeitung und Abtransport durchführen. 
Leider zeigte sich, dass weit über die Hälfte der vorhandenen Kopfbäume keine “Korb”- sondern meist “Bruchweiden” sind, die sich für Tipi- und Tunnelbau nicht eignen. Eine Aufbereitung von Schnittgut für die Verwendung von Weidenbauten und Flechtarbeiten z.B. in Kindergärten und Schulen erfolgt nur auf Bestellung oder für den “Weidentag” der Biologischen Station. Nur noch gelegentlich finden sich Anwohner oder Eigentümer, die das Astholz der Kopfbäume als Anmach- oder Kaminholz selbst aufschneiden und abtransportieren.


Zukünftige Pflege durch die Station
Bei einem Blick auf die zukünftige Entwicklung zeigt sich, dass bedingt durch die verbesserte Datenlage schon viele Bäume gepflegt wurden und deshalb in den nächsten Jahren der Pflegebedarf relativ konstant bleibt. Zudem fehlen im Kataster sicher noch einige Standorte, so dass Nachkartierungen die Zahlen noch erhöhen werden.

JahrSchnitt
2019/20165
2020/21154
2021/22309
2022/23129
2023/24132
Summe889

Fazit und Ausblick
Obwohl aktuell kein fachlich abgestimmtes, landesweit einsetzbares Datenbank-Programm vorliegt, sind die verwendeten Standard-Anwendungen als Zwischenlösung ausreichend, zumal das vom Land NRW geplante Programm OSIRIS bereits vorhandene Access-Daten einarbeiten soll.

Die Einrichtung eines Kopfbaum-Katasters im Kreis Herford zeigt die Chancen, die eine EDV-gestützte Planung und Umsetzung für den praktischen Naturschutz bietet. Zugleich wird deutlich, dass eine maßnahmen- und fachbezogene Datenbankstrukur, wie sie mit OSIRIS geplant ist, dringend benötigt wird. Die Einrichtung eines Katasters ist allerdings nur mit der direkten Anbindung an konkrete Maßnahmenumsetzung sinnvoll und kann zur Nachahmung unbedingt empfohlen werden.

Durch ehrenamtliche Unterstützung, mit Hilfe von FÖJ – Praktikanten/innen und einer ABM im Bereich EDV, konnte ein relativ verlässliches Bild der Situation der Kopfbäume im Kreis Herford gewonnen werden. Für über 97 % der Bäume liegt ein genauer Pflegeplan vor, der die Unterrichtung der Eigentümer per Gestattungsvertrag und ein Organisationsplan (Anfahrt, Verbleib Schnittgut etc.) beinhaltet. Mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit und vor allem durch die zahlreichen Kontakte mit Eigentümern u.a. wurde ein dichtes Netz von Entsorgungsmöglichkeiten geschaffen. Ein überraschendes Ergebnis war der geringe Anteil der “Korbweiden”, die im Weidenbau sehr gut verwendbar sind und deshalb gezielt (nach-)gepflanzt werden.

Wenn die Daten noch fehlender Standorte eingearbeitet sind und der Pflegerückstand aufgeholt ist, kann mit einem Gesamtbestand von ca. 7200 Bäumen im Kreis Herford und einer dauerhaften Pflege von ca. 1000 Bäumen je Saison gerechnet werden. Geht man davon aus, dass ca 25 % durch die Eigentümer und ca. 25% nach wie vor durch Kommunen oder ehrenamtliche Naturschützer gepflegt werden, muss zukünftig für ca. 3600 Bäume (7 Jahre, jährlich ca. 515 Bäume) eine langfristige Lösung gefunden werden. Legt man für die Pflege von 515 Bäumen 60,- € je Baum zugrunde, ergeben sich jährliche Kosten in Höhe von ca. 30.000,- €. Die existierenden Förderungen von Seiten der öffentlichen Hand reichen dafür nicht aus. Die zukünftige Pflege der Kopfweiden im Kreis Herford muss also anders sichergestellt und finanziert werden, z.B. durch Spenden und Drittmittel.


Stecklinge bringen neues Leben für die Kopfweidenstandorte
Der Biologischen Station geht es im Kopfweidenprojekt nicht nur um den Erhalt des „Status quo“: vielmehr muss der Verlust vieler Weiden in den letzten Jahrzehnten unbedingt aufgefangen werden. Dazu kommt, dass ein überraschendes Ergebnis der genauen Erfassung aller Kopfbäume im Kreis ergab, dass nur ein geringer Anteil “Korbweiden” gefunden werden konnte. Diese sind aber vor allem für die Verwendung des Schnittmaterials im Weidenbau sehr wichtig verwendbar sind und sollen deshalb gezielt (nach-)gepflanzt werden.

Durch Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Herford konnte die Station im Laufe des Jahres 2008 und 2009 an bisher 16 Standorten 310 dieser Korbweiden nachpflanzen:

2008:

2009:

Aufgrund der guten Informationen über die Weiden im Kreisgebiet insgesamt, konnten von vorhandenen Bäumen die geeigneten Stecklinge geschnitten und in vorhandene Lücken eingebracht werden. Probleme machen nach wie vor die Standorte: Leider sind nicht alle Eigentümer bereit, neue Weiden auf ihren Flächen zu zulassen. Die Unsicherheit der Pflege wird dann als Argument ins Feld geführt. Deshalb wird die Station weiterhin an der dauerhaften Pflege der Bäume festhalten, und die Anzahl durch fortführendes Nachstecken der Weiden erhöhen.

Weitere Informationen können Sie auch den Pressartikeln der regionalen Zeitungen entnehmen

21.08.2008Westfalen-Blatt150 Korbweiden an sieben Orten
Biologische Station setzt Stecklinge
Artikel
18.08.2008Neue WestfälischeBiologen pflanzen Korbweiden
150 Stecklinge an sieben Standorten gesetzt
Artikel

Bauanleitungen
Die Biologische Station hat über 20 verschiedene Bauanleitungen von Zaun bis Tipi zusammengestellt. Hier werden einige dieser Bauanleitungen vorgestellt, die sie an dieser Stelle als PDF-Dokumente herunterladen können. Die komplette Sammlung der Bauanleitung können Sie bei uns bestellen.


Weidenbauten an Schulen und Kindergärten

Kurzer Sachbericht

Gefördert von der Stiftung der Sparkasse Herford wurde von November 2006 bis März 2008 an 12 Kindergärten bzw. Grundschulen (s. Übersicht) im Kreis Herford Weidenbauten errichtet.

Die Tätigkeiten der Biologischen Station umfassten

  • ein Beratungsgespräch vor Ort,
  • die Gewinnung des Materials (Zurechtschneiden, Bündeln und Lieferung)
  • und die fachliche Anleitung und Mithilfe beim Weidenbau.

Die nebenstehenden Fotos und Zeitungsartikel verdeutlichen das hohe Engagement und die begeisterte Mitarbeit der Kinder , Eltern, Erzieher und Lehrer. Es gelang erfolgreich, die nachhaltige Nutzung des Weidenschnitts mit den nötigen Informationen zur Bedeutung und zum Schutz der heimischen Kulturlandschaft mit praktischen Aktionen zu verbinden, die den Kindern (und den Eltern) dazu auch noch viel Spaß gemacht haben. Die auf längere Dauer angelegten Weidenbauten können und sollen, wie auch schon geschehen, kontinuierlich mit den Kindern gepflegt werden und vermitteln somit auch auf lange Sicht wertvolle Kenntnisse und Fertigkeiten. Aufgrund der sehr positiven Resonanz (es konnten nicht alle Anfragen berücksichtigt werden) ist an eine Fortführung des Projektes gedacht.





Übersicht über die Kindergärten und Schulen mit durchgeführten Weidenbauten:

  • Grundschule Lenzinghausen in Spenge
  • Kindergarten Kirchlengern in Kirchlengern
  • Kindertagesstätte Vlohzirkus in Vlotho
  • Kindertagesstätte Kinderparadies in Bünde
  • Grundschule Oldinghausen in Enger
  • Grundschule Spenge/Hücker-Aschen in Spenge
  • AWO-Kindergarten Bünde-Südlengern
  • Eickhofschule in Schweicheln
  • Grundschule Stift Quernheim
  • Förderschule Arche in Schweicheln
  • Waldorf-Kindergarten Morgenstern in Hiddenhausen
  • Kindergarten Zappel in Kirchlengern

Presseberichte 2006 – 2008 verschiedener regionaler Zeitungen:

15.04.2008Neue WestfälischeWeidenlandschaft wandelt sich
Damit der Waldorfkindergarten noch grüner wird
Artikel
08.04.2008Westfalen-BlattSchüler lernen in Weidentipis
Biologische Station baut >>grüne Zelte<< auf dem Gelände der >>Arche<<
Artikel
08.04.2008Neue WestfälischeZelte aus Weidenruten
Die Biologische Station baut Tipis mit Mitteln der Sparkassen-Stiftung
Artikel
06.03.2008Westfalen-BlattKinder freuen sich über Tipi
Weidenaktion kommt gut an
Artikel
04.03.2008Neue WestfälischeEickhofschule bekommt ein Weidenzelt
Zu Ostern wird das Tipi grün
Artikel
01.03.2008Neue WestfälischeKinder lieben Grün
AWO-Kindergarten und Biologische Station bauen Weiden-Iglu
Artikel

Aktionsangebot rund um die Weide
Die Biologische Station führt regelmäßig jedes Jahr am ersten Samstag im Februar einen Tag rund um die Weide durch. Weiter bieten wir für interessierte Gruppen kreative Veranstaltungen zum Basteln mit Weidenmaterial für Kindern und Erwachsene an. Die Termine können mit der Biostation individuell angesprochen werden. Bitte rufen Sie uns an.

Weitere Informationen finden Sie auch in inserem Veranstaltungskalender.