Projekte

Artenschutzprojekt für den Laubfrosch

Laubfrosch (Foto © Frank Büsing)

Der früher weit verbreitete und häufige Laubfrosch ist selten geworden. Seine Vorkommen sind in ganz Deutschland weitgehend fragmentiert. Gefährdungsursachen sind u. a. die intensive Landnutzung, der Flächenverbrauch, der Straßenverkehr und das Verschwinden oder Verschlechtern von geeigneten Gewässern. Der Laubfrosch gilt als Charakterart der „bäuerlichen Kulturlandschaft“, die sich durch kleingewässerreiche Wiesen und Weiden in einer mit Gebüschen und Hecken reich strukturierten Landschaft auszeichnet (LANUK NRW).

Der Laubfrosch (Hyla arborea)

Er ist der kleinste heimische Frosch und seine glatte Haut ist leuchtend grün. An den Finger- und Zehenspitzen sitzen kleine, runde Haftballen, die den Frosch zu einem guten Kletterer machen. Die Männchen stimmen trotz der geringen Größe der Art während der Balzzeit (April bis Mitte Juni) einen sehr lauten Balzgesang an. Die unverkennbaren „äpp-äpp-äpp“-Rufe sind noch in einer Entfernung von über einem Kilometer zu hören.

Der Laubfrosch sucht zur Fortpflanzungszeit vegetationsreiche Gewässer auf. Besonders wichtig sind voll sonnenexponierte, krautige Flachwasserzonen, wo sich die Larven schnell und geschützt vor Fressfeinden (insbesondere Fischen) entwickeln können.

Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt der Laubfrosch an Land. Die Sommermonate verbringen die Alttiere in Hecken, Gebüschen und in Bäumen.

Die Jungfrösche verlassen nach einer Entwicklungsdauer von 50 bis 70 Tagen das Geburtsgewässer. Anschließend halten sie sich in der Ufervegetation auf, oft in Hochstaudenfluren, die nicht regelmäßig gemäht werden. Dort kann man sie mit etwas Glück auf großblättrigen Pflanzenstängeln sitzend sehen. Zum Spätherbst suchen sowohl die Jungfrösche als auch die Alttiere ihre Winterquartiere auf – frostsichere, unterirdische Verstecke, oft in Wäldern und Hecken.

Laubfroschgewässser (Foto © C. Oberwelland)

Die Rötekuhlen und das Laubfroschvorkommen im Kreis Herford

Im Kreis Herford an der Grenze zum Kreis Gütersloh und zum niedersächsischen Landkreis Osnabrück gibt es noch Laubfrösche. Es handelt sich bei dem Vorkommen an den Rötekuhlen in Bardüttingdorf (Spenge) um die größte Population im weiten Umkreis. Die Teiche wurden einst zur Verarbeitung von Flachs zu Leinen angelegt.

Das „länder“übergreifende Artenschutzprojekt

Über die Verbreitung und Lebensraumnutzung der Art im weiteren Umfeld um den Standort in Spenge-Bardüttingdorf ist wenig bekannt. Zur langfristigen Sicherung und Förderung der Laubfroschbestände haben die Biologische Station Ravensberg im Kreis Herford e. V., die Biologische Station Gütersloh/Bielefeld und die Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) im März 2026 ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen. Das Projekt wird gefördert von der Stiftung für die Natur Ravensberg.

Das Projektgebiet umfasst Teile von Borgholzhausen und Werther (Kreis Gütersloh), Spenge (Kreis Herford) und Melle mit seinen Ortsteilen Neuenkirchen, Riemsloh und Bruchmühlen (Landkreis Osnabrück).

Das Projekt verfolgt im Einzelnen folgende Ziele:

  • Ausgehend von den Rötekuhlen in Spenge-Bardüttingdorf soll die Verbreitung des Laubfrosches im näheren und weiteren Umfeld ermittelt werden.
  • Im Vorfeld der Laubfrosch-Erfassung sollen alle Gewässer im Projektgebiet auf ihre Eignung als Laichgewässer für den Laubfrosch begutachtet werden.
  • Aufbauend auf den Erfassungen sollen Maßnahmen zur Optimierung von Lebensräumen mit dem Fokus auf Biotop-vernetzende Maßnahmen erarbeitet werden, d. h. neben der Erhaltung der aktuellen Population soll auch die weitere Ausbreitung der Art gefördert werden. Geeignete Maßnahmen – die in einem zweiten Projektabschnitt durchgeführt werden sollen – sind u. a. die Pflege vorhandener Gewässer (Gehölzmaßnahmen, Baggerarbeiten), die Neuanlage von Gewässern und die Anlage von Wildhecken und Hochstaudenfluren.
Bitte um Mithilfe

Neben den Erhebungen im Rahmen des Artenschutzprojektes möchten wir Sie um Ihre Mithilfe bitten. Bitte melden Sie uns Funde von Laubfröschen im Umkreis der Rötekuhlen im Raum Spenge- Bardüttingdorf und darüber hinaus. Ob Sichtbeobachtung von erwachsenen Tieren oder Jungtieren – gerne mit Foto – oder Nachweis über das typische Rufen der Männchen, jede Meldung ist uns willkommen!
An folgender Stelle können die Funde gemeldet werden:

Kreis Herford
Biologische Station Ravensberg im Kreis Herford e.V.,
Am Herrenhaus 27, 32278 Kirchlengern:
Jennifer Heermann (heermann@bshf.de)

Kreis Gütersloh
Biologische Station Gütersloh/Bielefeld e. V., Niederheide 63, 33659 Bielefeld
Conny Oberwelland (conny.oberwelland@biostationgt-bi.de)

Melle
Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON), Markendorfer Str. 98, 49328 Melle
Volker Tiemeyer (v.tiemeyer@son-net.de)

Bitte fügen Sie – sofern vorhanden – Ihrer Meldung gerne einen konkreten Standort (Adresse oder Koordinaten) oder Fotos zu.

Zuständige Mitarbeiterin für den Kreis Herford:

Jennifer Heermann
heermann@bshf.de
05223-78250
Durchwahl:
05223 – 1837766

Förderung

Gefördert mit Mitteln der Stiftung für die Natur Ravensberg