Blindschleiche (Anguis fragilis)

Im Kreis Herford ist die Blindschleiche flächig verbreitet, allerdings gibt es große Nachweisdefizite aufgrund ihrer versteckten Lebensweise.

Durch ihre relativ große Anpassungsfähigkeit und den geringen Ansprüchen an das Biotop ist sie das häufigste Reptil im Kreis Herford. Oft teilt sie sich den Lebensraum mit ihrer Artverwandten, der Waldeidechse.

  Die Blindschleiche: Foto Biostation

Die Blindschleiche: Foto Biostation

Blindschleichennachweise im Kreis Herford 2000/2001
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Allgemeine Informationen

Die Blindschleiche gehört nicht, wie fälschlicherweise oft von vielen Menschen aufgrund ihres schlangenähnlichen Äußeren vermutet wird, zur Familie der Schlangen sondern es handelt sich um eine beinlose Eidechse, deren Beine sich im Laufe der Evolution zurückgebildet haben und heute nur noch rudimentär im Knochenbau festzustellen sind. Weiterhin ist sie keineswegs blind, wie ihr Name nahelegt. Dieser leitet sich aus dem Altdeutschen "Plintslicho" ab, was soviel wie "blendende Schleiche" bedeutete und auf ihre glänzenden Körperschuppen zurückzuführen ist.

Der Artname "fragilis" (lat.- zerbrechlich) spielt auf ihre allen Eidechsen eigene Fähigkeit an, bei Gefahr ihren Schwanz abzuwerfen. Sie gehört zu den am weitesten Verbreiteten und häufigsten Reptilien Eurasiens, nur die Waldeidechse hat ein noch größeres Verbreitungsgebiet. Genau wie diese ist sie "ovovivipar" (lebendgebärend), das heißt sie brütet ihre Eier schon im Mutterleib aus. Dadurch ist ihr Fortpflanzungserfolg im Vergleich zu anderen Reptilien relativ unabhängig von den Sonnentagen. So konnte sie ihr Verbreitungsgebiet im Gegensatz zu den wärmeabhängigeren Artverwandten weit nach Norden ausdehnen. Aufgrund ihrer versteckten Lebensweise sind bis heute viele Aspekte ihrer Biologie nahezu unerforscht!

Lebensraum

Das breite und unterschiedlichste Spektrum der Lebensräume umfasst mäßig feuchte, vegetationsreiche Biotope in lichtungsreichem Wald oder direktem Umfeld.

Naturbelassene Gärten (oft in Komposthaufen), Parks, Wegränder, Hecken, Bahndämme, Steinbrüche, etc.

Gefährdungsursachen

Wie bei den meisten Arten ist auch bei der Blindschleiche die Hauptursache ihrer Gefährdung der umfangreiche Lebensraumverlust durch z.B. Flurbereinigungen, Aufforstungen etc.!

Ein weiterer ernstzunehmender Faktor sind die hohen Verluste auf Straßen und Waldwegen, durch Auto und Freizeitverkehr (Fahrräder) und nicht zuletzt durch mutwilliges Erschlagen.

Rote Liste NRW

  • Kategorie n: "nicht in der Roten Liste geführt"

Hilfsmaßnahmen

  • naturnahe Gartengestaltung (u.a. z.B. Verzicht auf Schneckenkorn)
  • belassen von Totholz, Steinen etc.