Renaturierung der Elseaue unterhalb von Ahle sowie Koordinierung der Raumnutzung als Beitrag zu einem integrierten, nachhaltigen Hochwasserschutz der Stadt Bünde

Masterarbeit
an der Fachhochschule
Höxter und Lippe
University of Applied Sciences
Abteilung Höxter
Fachbereich 8: Technischer Umweltschutz
Studiengang: Environmental Planing und Management (EPM)

Bearbeiter: Dipl.-Ing. Carsten Vogt

Veröffentlichungsdatum:
Bünde, den 15.04.2004

Betreuer:
Prof. Dr. Ulrich Riedl
Prof. Dr.-Ing. Günther Meon

Download:
Renaturierung der Else (6.63MB)

Zusammenfassung:
Die Else ist ein mittelgroßer Tieflandfluss, der die Stadt Bünde (Kreis Herford) von Westen nach Osten durchfließt. Unmittelbar vor dem Stadtdurchgang erstreckt sich eine breite und noch weitgehend naturnah geprägte Niederung. Fluss und Aue haben jedoch infolge von Begradigung und Eindeichung ihre Retentionskapazität deutlich eingebüßt, so dass die Hochwasserwellen sich vorwiegend im Flussschlauch konzentrieren und so dem Stadtgebiet schneller zugeführt werden. Da die Bebauung mittlerweile bis an die Else herangerückt ist, bildet die Ortslage von Bünde ein hydraulisches Nadelöhr. Zwar liegen die letzten Katastrophenhochwässer bereits mehrere Jahrzehnte zurück, ein Vergleich mit den historischen Ereignissen brachte jedoch für die heutigen Standortverhältnisse ein deutlich erhöhtes Hochwasser- und Schadenrisiko hervor.
Die gegenwärtige Entwicklung der degradierten Else manifestiert sich in einer signifikanten Tiefenerosion, die neben erheblichen Beeinträchtigungen für den Naturhaushalt auch eine Querschnittsvergrößerung mit hochwasserverschärfendem Effekt bewirkt. Zudem lassen der intensivierte Ackerbau und ein geplantes Straßenbaugroßprojekt eine weitere Zunahme der Hochwassergefahr befürchten. Trotz der jüngsten Katastrophenhochwässer und des eindeutigen Handlungsauftrages aus der Gesetzgebung ist augenblicklich keine Entschärfung der Hochwassersituation abzusehen, da die Nutzerinteressen zu divergent sind.
Vor diesem Hintergrund greift die Masterarbeit die nutzungskonfligierende Hochwasserproblematik auf und veranschaulicht anhand einer Ursache-Wirkungsanalyse die Interaktionen zwischen Flächennutzung und Gewässerzustand. Das Ergebnis lässt für die Zukunft eine weitere Verschärfung der Hochwassergefahr sowie Entwertung der Landschaftsqualität für Mensch und Natur erwarten. Daraufhin wird ein Leitbild für die Elseniederung konzipiert, das zur Realisierung eines integrierten und nachhaltigen Hochwasserschutzes eine klare Steuerung und Funktionszuweisung der Raumansprüche vorsieht. Schwerpunktmäßig werden aus den Bereichen Naturschutz und Wasserbau kombinierte und sich optimal ergänzende Maßnahmen ausgearbeitet, die zur Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie zur Aufwertung des Landschaftsgefüges erheblich beitragen. Angesichts der Multifunktionalität von Gewässerauen können zudem Synergieeffekte für weitere Flächennutzungen erzielt werden.