Schleiereule (Tyto alba)

Bei der Erhebung der Schleiereule im Westen des Kreis Herford 1993 gab es über 50 Meldungen, hauptsächlich von Personen, die insgesamt über 1800 Nistkästen für Schleiereulen angebracht haben und diese regelmäßig kontrollieren. Da Schleiereulen ihre Brutplätze hauptsächlich nahe von menschlichen Siedlungen wählen, ergibt sich eine besondere Verantwortung für uns, diese in besonderer Nähe zum Menschen lebende, dennoch aber empfindliche Vogelart zu erhalten.

Aus oben erwähnter Untersuchung ergab sich für den Kreis Herford eine Siedlungsdichte von 10 bis 20 Paaren je 100 Quadratkilometer. Allerdings ist der Bestand stark abhängig von der Bestandsgröße ihrer Hauptnahrung, der Feldmaus. In schneereichen Wintern, wenn ihre Beutetiere für sie nicht mehr erreichbar ist, kann es zu großen Bestandseinbrüchen durch Verhungern kommen. Anderseits

 

Die Schleiereule: Illustration von Ron Meier

Die Schleiereule: Illustration von Ron Meier

kann sie diese Verluste durch höhere Fortpflanzungsraten (bis zu 3 Bruten mit bis zu 12 Jungen pro Brut) in Jahren mit höherer Feldmausdichte schnell wieder auffüllen.

Verbreitungskarte Schleiereule 2012

Verbreitungskarte 2012 im Kreis Herford, eingeteilt in TK25-Viertel
Link zur Legende der Karte

Allgemeine Informationen

Schon auf den ersten Blick unterscheidet sich die Schleiereule von anderen Eulen. Ihr auffallender herzförmiger Gesichtsschleier macht die Tiere unverwechselbar. Dieses "Gesicht" ist nicht etwa starr. Ganz im Gegenteil: Die Schleiereule kann je nach Stimmung Angst, Ärger oder Erstaunen ausdrücken. Bei näherem Hinsehen fallen die langen spitzen Flügel auf, die im Sitzen den Schwanz um mehrere Zentimeter überragen, während waldbewohnende Eulen kurze und abgerundete Flügel besitzen. Unter anderem haben diese Merkmale dazu geführt, die Schleiereulen in eine eigene Familie, die "Tytonidae", einzuteilen.

Lebensraum

  • Kulturlandschaft und anthropogen beeinflusste Dauergrünlandbereiche oder Ackerflächen (Feldmaus-Gradationsflächen)
  • Dörfer mit unterschlupfreichen Gebäuden wie Scheunen, Kirchtürmen und wenig genutzte, unverschlossene Dachböden in anderen Häusern

Gefährdungsursachen

  • Intensivierung der Landwirtschaft, Verlust von geeigneten, extensiv bewirtschafteten Flächen zur Nahrungssuche
  • Verringerung des Brutplatzangebotes durch Abriss oder Modernisierung alter Gebäude
  • Aufeinanderfolgende, sehr kalte Winter mit Nahrungsknappheit

Rote Liste NRW

  • “nicht gefährdet“


Hilfsmaßnahmen

  • Kooperation mit Verantwortlichen in Gemeinden und Landwirtschaft mit dem Ziel des Erhaltes von Brutplätzen in Scheunen, Ställen, etc.
  • Zugänglichkeit von Kirchtürmen, Anbieten von Nisthilfen, wo geeignete Brutplätze rar sind.