Männliches Knabenkraut (Orchis mascula)

Im Kreis Herford vor allem aufgrund der intensiven Landwirtschaft mitlerweile ziemlich selten, mit weiterhin abnehmender Tendenz.

  Männliches Knabenkraut


Allgemeine Informationen

Die Farbe und Fleckung des Manns-Knabenkrautes kann sehr variabel sein, es gibt viele verschiedene Farbvarianten in allen Übergängen bis zu weißblühenden Exemplaren. Orchis mascula ist eine kräftige, auffällige Knabenkrautart die sich in zwei Sippen bzw. zwei geographische Unterarten aufspalten lässt. Orchis mascula ssp. mascula ist im Norden und Westen Europas verbreitet (und im grössten Teil Deutschlands). Orchis mascula ssp. signifera (auch "Prächtiges Knabenkraut" genannt) im Süden und Osten (innerhalb Deutschlands nur in Baden Würrtemberg und Bayern, vor allem im Alpengebiet). Beide Unterarten sind aufgrund von Geographie aber auch physiologischen Unterschieden gut auseinanderzuhalten, nur in der Übergangszone kommt es zu Mischpopulationen beider Unterarten, die dann nicht mehr eindeutig zugeordnet werden können da sie Merkmale beider Sippen besitzen.

Das Manns-Knabenkraut gehört dank seiner vergleichsweise großen Anpassungsfähigkeit bezüglich Standortwahl und Klimaansprüchen, zu den weit verbreiteten und teilweise noch relativ häufigen, heimischen Orchideenarten.


Lebensraum

Die Lebensraumansprüche der beiden Unterarten scheinen sich zu gleichen. Allgemein besiedelt Orchis mascula ein relativ breites Spektrum unterschiedlicher Lebensräume. In mittleren bis höheren Lagen findet man sie am häufigsten auf Wiesen, teilweise sogar am Rande intensiv genutzter Wiesen (selten auch auf Feuchtwiesen), in lichten Wäldern, an Waldrändern und Gebüschen, auf Magerrasen und dank einer gewissen Toleranz gegenüber Schadstoffen auch oft in Straßengräben. In höheren Lagen (wie z.B. auf Bergwiesen) zieht sie einen voll besonnten Standort dem Halbschattigen in den wärmeren, tiefen Lagen vor. Wächst gerne auf Kalk- oder Basalthaltigen Böden aber auch auf sauren Böden.


Gefährdungsursachen

Durch seine Fähigkeit die unterschiedlichsten Lebensräume zu besiedeln ist das Männliche Knabenkraut noch relativ entsprechend häufig zu finden und nur in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft (wie im Krs. Hf.) selten. Dennoch lässt sich Bundesweit ein Rückgang der Art durch intensive Landnutzung, Schad- und Stickstoffbelastung der Böden, Eutrophierung der Standorte, Aufgabe der Niederwaldwirtschaft und natürliche Sukzession beobachten.


Rote Liste NRW

  • Kategorie 3: „gefährdet“


Hilfsmaßnahmen

  • Zurückschneiden der natürlichen Sukzession an den Standorten
  • Erhalt von Rückzugsflächen in intensiv genutzter Landschaft
  • Verzicht auf übermäßige Mahd und Düngung der Wiesen