Kammmolch (Triturus cristatus)

Der Kammmolch ist eine der beiden in Deutschland vorkommenden Amphibienarten, die nach der europäischen FFH-Richtlinie Anhang II (Flora-Fauna-Habitat), besonders geschützt sind. Für ihn müssen FFH-Schutzgebiete eingerichtet werden, um sein Überleben auf Dauer zu sichern. Während der Amphibienuntersuchung des "Bund für Natur- und Umweltschutz im Kreis Herford e.V." (BNU) von 2003 bis 2004, konnte der Kammmolch in weiteren Gewässern Herfords entdeckt werden. Er wurde in 15 Gewässern mit großen bis sehr großen Populationen nachgewiesen. Verglichen mit anderen Laichpopulationen in OWL ist das Vorkommen dieser Art im Kreis Herford von überregionaler Bedeutung.

  Der Kammmolch: Foto Timo Schubert (Biostation)
Der Kammmolch: 
Foto Timo Schubert (Biostation)




Verbreitungskarte Kammmolch

Verbreitungskarte 2012 im Kreis Herford, eingeteilt in TK25-Viertel

Allgemeine Informationen

Der Kammolch ist der Größte (bis 18cm), kräftigste und wohl auch beeindruckenste unter den heimischen Wassermolchen, leider aber auch der seltenste. Sein Name leitet sich von dem hohen, gezackten bzw. "kammförmigen" Hautkamm ab, der sich während der Paarungszeit über den Rücken der Männchen zieht (Balzkleid) und über den Hinterbeinen unterbrochen ist. Zum Ende der Paarungszeit, wenn die Tiere ihre Laichgewässer verlassen, bildet sich dieser Körperschmuck wieder zurück.

Lebensraum

  • Nicht eng an einen speziellen Biotoptyp angepasst und in diversen Gewässern der verschiedensten Naturräume zu finden
  • Alle Arten von stehenden Gewässern, meist besonnte, etwas größere und tiefere, pflanzenreiche Teiche und Weiher
  • Offene Landschaften und lichte Wälder, reich strukturierte Grünländer bis zu einer Entfernung von 1 km vom Laichgewässer
  • Die Landlebensräume liegen oft in unmittelbarer Nähe zu den Gewässern, außerhalb dieser leben Kammolche sehr versteckt und können unter Fallaub, Steinen, Totholz etc. gefunden werden

Gefährdungsursachen

  • Vernichtung und Verschmutzung von Gewässern
  • Fragmentierung der Landschaft
  • Einsetzen von Fischen in die Laichgewässer oder Umwandlung dieser in Fischzucht- oder Angelteiche
  • Zerstörung der Landlebensräume bzw. des Umfeldes der Laichgewässer (meist bis ca. 1000 m) z.B. durch Intensivierung der Landwirtschaft etc.
  • Verlandung, Verbuschung bzw. Beschattung vieler Kleingewässer

Rote Liste NRW

  • Kategorie 3: "gefährdet"
  • FFH-Art

Hilfsmaßnahmen

  • Bekannte Laichgewässer auf Fischbesatz prüfen und gegebenenfalls abfischen
  • Gewässer von Verlandung und Beschattung befreien
  • Schutz der Landlebensräume im Umkreis der Gewässer
  • Bei kleinen Populationen Anlage von neuen Laichgewässern zur Sicherung und Vermehrung der Individuenzahlen
  • Vielerorts profitiert der Kammolch durch Schutzbemühungen und Artenhilfsprojekte für den "populäreren" Laubfrosch. Sind die Laubfrosch- und Kleingewässerschutzbemühungen erfolgreich, so ist durch die sich gleichenden Lebensraumansprüche beider Arten eine Stabilisation der Kammolchbestände zu erwarten