Feldlerche (Alauda arvensis)

Die Feldlerche ist durch die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten 30 Jahren zunehmend stark gefährdet und steht mittlerweile auf der Vorwarnliste der Roten Liste.

Im Kreis Herford soll der Bestandsrückgang aufgehalten werden. Dazu haben die Biologische Station Gütersloh-Bielefeld und Herford das Feldlerchen-Projekt ins Leben gerufen. Es wird von der Stiftung für die Natur Ravensberg für den Zeitraum 2005 bis 2007 gefördert.

  Die Feldlerche: Illustration von Ron Meier

Die Feldlerche: Illustration von Ron Meier

Erste Ergebnisse für den Kreis Herford:

In fünf ausgewählten Untersuchungsgebieten ist der Bestand der Feldlerchen im Jahr 2005 ermittelt worden.

Lage der Untersuchungsgebiete im Kreis Herford

Verbreitungskarte Feldlerche

Verbreitungskarte 2012 im Kreis Herford, eingeteilt in TK25-Viertel

Feldlerchenkartierung im Kreis Herford 2005
Link zur Legende der Karte


Allgemeine Informationen

Doch ist es jedem eingeboren,
Daß sein Gefühl hinauf und vorwärts dringt,
Wenn über uns, im blauen Raum verloren,
Ihr schmetternd Lied die Lerche singt.
(Goethe, Faust I)

Seit einer Bestandsschätzung aus dem Jahr 1979 ist der westfälische Feldlerchenbestand um mindestens 50% zurückgegangen. Im größten Teil des Tieflandes liegt die Siedlungsdichte nur noch bei 2-3 Revieren pro Quadratkilometer. Früher waren Dichten von mehr als 30 Revieren auf vergleichbaren Flächen normal. So steht dieser einst häufige Vogel mitlerweile auf der Vorwarnliste der Roten Liste, weshalb sich die Biologiesche Station Ravensberg im Rahmen eines Projektes aktiv für den Schutz der Feldlerche im Kreis Herford einsetzt

Merkmale

Die circa 18 cm langen Feldlerchen sind oberseits erdbraun mit einer dunklen Längsfleckung und haben einen bräunlichweißen Bauch. Die Außenkanten des Schwanzes und der Hinterrand ihrer Flügel ist weiß gesäumt. Sie besitzt einen kurzen,kräftigen Schnabel. Bei Erregung stellt sie ihre Scheitelfedern zu einer Haube auf. Die Feldlerche ist ein Singvogel, der im Flug ohne Zwischenpausen singt und häufig die Gesänge anderer Vögel imitiert. Ihre Nahrung ist stark angepasst an die Jahreszeiten.

Lebensraum

Die Feldlerche ist ein Vogel der offenen Kulturlandschaft mit niedriger Vegetation. Oft hält sie zu Wäldern und Gebäuden einen Mindestabstand von ca. 100 Metern ein. Ursprünglich war sie ein typischer Wiesenbrüter, doch bereits 1969 wurden für Westfalen im Ackerland höhere Dichten als im Grünland beobachtet. Sie baut ihr Nest zwischen lückigem Gras oder Getreide direkt auf dem Boden.

Gefährdungsursachen:

  • intensivierte Landwirtschaft mit kurzer Fruchtfolge und engem Reihenabstand des Getreides
  • Aufgabe extensiver Beweidung
  • vermindertes Nahrungsangebot durch Einsatz von Bioziden

Rote Liste NRW:

  • "V"= Vorwarnliste

Hilfsmaßnahmen:

Als Schutzmaßnahmen für 2006 sind zum einen extensivierte Ackerstreifen geplant, die mit einer Breite von sechs bis 15 Metern am Rand einer Ackerfläche angelegt werden. Es handelt sich dabei entweder um Schwarzbrachestreifen, auf denen im März eine Bodenbearbeitung erfolgt und die sich dann von selbst begrünen, oder Getreidestreifen mit reduzierter Saatgutmenge. Zum anderen werden in Getreideschlägen ein bis zwei ungedrillte, etwa 16 m2 große Fehlstellen pro Hektar angelegt, die sich von selbst begrünen.

Zur Umsetzung der Maßnahmen werden Gespräche mit den bewirtschaftenden Landwirten geführt, die einen finanziellen Ausgleich für Ertragsausfälle erhalten.