Erdkröte (Bufo bufo)

Die Erdkröte ist die am weitesten verbreitete und neben dem Teichmolch wahrscheinlich auch die häufigste Lurchart Deutschlands (auch im Kreis Herford). Sie besiedelt mit wenigen Verbreitungslücken (z.B. einige Mittelmeerinseln) das gesamte Europa. Bei der von 2003 bis 2004 vom"Bund für Natur- und Umweltschutz im Kreis Herford e.V." durchgeführten Amphibienuntersuchung in Herford konnten etwa 13.000 adulte Erdkröten für Herford ermittelt werden. Nach "Die Amphibien und Reptilien Deutschlands", (Hrsg.: Günther, R.) weist die Art in der Westfälischen Tieflandbucht eine lückenlose Verbreitung auf.

  Erdkrötenpaarung (Quelle: Rieser Naturschutzverein)

Verbreitung der Erdkröte im Kreis Herford
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Allgemeine Informationen

Erdkröten sind die größte europäische Krötenart, wobei das Weibchen größer ist als das Männchen. Sie sind bekannt für ihre Treue zum eigenen Geburtsgewässer. Zwischen Ende Februar und Ende März wandern die Erdkröten zu den Laichgewässern, wobei sie Distanzen von bis zu vier Kilometern zurücklegen können. Wohl über keine andere Art sind in den letzten Jahren so viele Daten gesammelt worden wie über wandernde Erdkröten. Die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen und der dadurch für viele Exemplare unvermeidbare Verkehrstod auf dem Weg zu und von den Laichgewässern ist ein großes Problem. Eine Möglichkeit, dem Massensterben an den Straßen zu begegnen, ist die "Zaun-Kübel-Methode". Hierbei werden die Tiere vor der Straße durch den Autofahrern allgemein bekannten Amphibienschutzzäunen abgefangen, in Kübeln gesammelt und auf die andere Straßenseite getragen. Diese Methode ist jedoch sehr Zeit- und Arbeitsintensiv, eine langfristige Sicherstellung der Straßenquerung ist nur durch den Einbau von permanenten Amphibienschutzanlagen (z.B. Tunnel) möglich.

Lebensraum

Erdkröten haben eine hohe Anpassungsfähigkeit entwickelt und können so die ökologisch unterschiedlichsten Lebensräume besiedeln. Für die Fortpflanzung bevorzugt werden große bis mittelgroße Gewässertypen, die ganzjährig Wasser führen. Die Sommerlebensräume der Kröten können mehrere Kilometer vom Laichgewässer entfernt liegen, schwerpunktmäßig handelt es sich um Wälder. Als Kulturfolger trifft man sie auch in Kulturlandschaft mit bäuerlichen Siedlungsstrukturen sowie naturbelassenen Gärten, in denen sie als Schädlingsvertilger meist gern gesehen ist.

Gefährdungsursachen

  • Zerschneidung der Lebensräume durch Straßen (Verinselungseffekt)
  • Verkehrstod bei der Wanderung
  • Intensive Landwirtschaft (Flurbereinigung, Düngung)
  • Beeinträchtigung der Laichgewässer durch Bewirtschaftung (z.B. Fischzucht)

Rote Liste NRW

  • Kategorie n: "nicht in der roten Liste geführt"

Hilfsmaßnahmen

  • Erhalt, Wiederherstellung bzw. Neuanlage von Laichgewässern ferab von Straßen
  • Krötenschutzzäune bzw. fest installierte Amphibiendurchlässe