Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)

Nurnoch sehr vereinzelte Vorkommen im Kreis Herford, vor allem in Feuchtwiesen. Häufig durch Baumaßnahmen bedroht und vernichtet.

An den wenigen Stellen, an denen das Breitblättrige Knabenkraut noch vorkommt, trügt seine relativ große Individuenzahl oft über seine eigentliche Seltenheit hinweg.

 

Das Breitblättrige Knabenkraut: Foto Biostation

Das Breitblättrige Knabenkraut: Foto Biostation


Allgemeine Informationen

Der lateinische Gattungsname "Dactylorhiza" bedeutet übersetzt "Fingerwurz" und bezieht sich auf die fingerförmig
gespaltenen Knollen dieser Gattung. Der Artname lat.: "majalis" bedeutet Mai und weist auf den Beginn ihrer Blütezeit im Mai (Mai bis Juli) hin. Die charakteristischen Blätter dieser kräftigen, gedrungenen, bis zu 50cm hoch wachsenden Orchidee, sind auf ihrer Oberseite häufig schwarzrot bis purpurn gefleckt. Ihre dicht beieinander stehenden Blüten sind rosa- bis purpurrot gefärbt. Im Volksglauben früherer Zeiten spielte die fingerartige Knolle der Pflanze eine große Rolle bei der Heilung von Krankheiten. Auch zur Heilung von Liebeskummer fand sie zweifelhafte Verwendung.

Lebensraum

  • unbewaldete Landschaft mit feuchten, nährstoffarmen Lebensräumen
  • Nasswiesen, Quellsümpfe, Niedermoore und Feuchtheiden
  • (relativ unabhängig von klimatischen Unterschieden)

Gefährdungsursachen

Es gibt vielerlei Gründe für den überall zu beobachtenden Rückgang dieser geschützten Orchidee. Wie die meisten ihrer verwandten Arten leidet sie unter der allgemeinen Nährstoffzunahme durch Düngung oder Eintrag über die Luft an ihren früher Nährstoffarmen Standorten. Weiterhin sind die Bestände durch aufgabe der früher üblichen, extensiven Mähweidennutzung feuchter Wiesen erheblich zurückgegangen. In Orts- und Stadtnähe gehen weiterhin viele ihrer Biotope durch Baumaßnahmen verloren.

Rote Liste NRW

  • Kategorie 2: "stark gefährdet"
  • Rote Liste BRD
  • Kategorie 3: "gefährdet"

Hilfsmaßnahmen

  • erhaltung und Pflege der bekannten Orchideenpopulationen
  • angemessene Landwirtschaftliche Pflege von Orchideenwiesen
  • (schon 0,5 ha reichen bei entsprechender Pflege aus, um größere Orchideen-Populationen zu erhalten.)
  • Rückbau von Entwässerungsgräben um eine stärkere Durchfeuchtung potentieller oder ehemaliger Standorte zu erreichen
  • späte jährliche Mahd und nur seltene Beweidung
  • verzicht auf Düngung und übermäßige Nährstoffzufuhr (Stickstoffe)
  • Ein Erhalt oder eine Renaturierung von Feuchtwiesen hilft auch vielen weiteren, ebenfalls mitlerweile selten gewordenen,
  • an diesen Lebensraum gebundenen Pflanzen und Tieren