Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)

Im Kreis Herford die häufigste Orchidee!

Die Breitblättrige Stendelwurz ist vom Arbeitskreis Heimischer Orchideen (AHO) zur Orchidee des Jahres 2006 gewählt worden. Die Wahl unter den etwa 60 in Deutschland vorkommenden Orchideenarten (davon ungefähr die Hälfte auch in Ostwestfalen) fiel auf die Breitblättrige Stendelwurz, um darauf aufmerksam zu machen, das selbst recht häufige und weit verbreitete Arten wie diese, mitlerweile lokal zurückgehen und aufgrund von Lebensraumverlust immer seltener werden.

  Breitblättrige Stendelwurz


Allgemeine Informationen

Bis weit über die Grenzen Europas hinaus verbreitet (in Vorderasien bis auf 4000 Metter Meereshöhe und nördlich bis Zentralsibirien) ist die Breitblättrige Stendelwurz (auch "Breitbl. Sumpfwurz" genannt) eine stattliche, an günstigen Standorten bis zu über einen Meter Höhe erreichende Orchidee, deren kräftige und breitblättrige, dunkelgrüne Blätter für sie Namensgebend waren. Aufgrund der großen Unterschiede in Erscheinungsform und Lebensraum innerhalb dieser Art wird immer wieder diskutiert, ob es sich tatsächlich um die gleiche Art, oder vielleicht nicht doch um verschiedene Arten und Unterarten handelt. Erschwerend kommt hinzu, das die Art an vielen Standorten durch Kreuzung mit weiteren, verwandten Arten "Bastarde"- sogenannte "Hybride" zeugt. Von Anfang Juli bis Ende August blüht die Pflanze, deren lokal unterschiedlichen Blütezeiten ebenfalls die Diskussion um den Artstatus anfacht. Ihr staubfeiner Samen kann mit dem Wind kilometerweit verdriftet werden ist zur erfolgreichen Keimung auf die Hilfe bestimmter, symbiotischer Pilze angewiesen.


Lebensraum

Im Gegensatz zu den meisten anderen heimischen Orchideen ist die Breitblättrige Stendelwurz nicht besonders ausgeprägte und spezielle Lebensraumansprüche sondern kann auf den verschiedensten Böden, mit wenig oder viel Sonnenlicht, existieren. Hauptlebensraum sind die unterschiedlichsten Mischwälder (teilweise auch Nadelholzbestände), vor allem aber Buchen- und Hainbuchenwälder in denen sie oft am Rand lichter Waldwege gedeiht. Außerdem kann man sie auch auf Trockenrasen und gelegentlich sogar in Gärten, Parks oder auf Friedhöfen finden.


Gefährdungsursachen

Noch gehört die Epipactis helleborine zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Orchideen Deutschlands. In fast allen Gegenden kommt sie zum Teil häufig vor. Allerdings werden laut "AHO" in einigen Bundesländern, unter anderem in der norddeutschen Tiefebene, Rückgänge verzeichnet. Hauptursache für einen Rückgang ist der Lebensraumverlust durch durch intensive Landschaftseingriffe.

Rote Liste NRW

  • Kategorie n: "nicht in der Roten Liste geführt"


Hilfsmaßnahmen

  • Erhalt der bekannten Lebensräume