Sitz der Biologischen Station: Das Herrenhaus

Das Gebäude, das im Volksmund später als "Herrenhaus" bezeichnet wurde, ist um 1676 errichtet worden. Es wurde auf alten Grundmauern erbaut und diente zunächst als Wohnhaus für etwa 30 Vor-steherinnen des Damenstifts Quernheim.
Das Stift wurde 1810 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst und zunächst als preußische Staatsdomäne weitergeführt.
  Das Herrenhaus in Stift Quernheim

1832 erwarb Kommissionsrat Conrad Delius zu Minden das gesamte Areal und übergab es seinem Schwiegersohn, Major a.D. Wilhelm Bacmeister zu Grapenstein. Dieser residierte bis 1861 im einstigen Wohnhaus der Äbtissinnen und ließ es 1837 modernisieren und um 6,5 m verlängern.

1861 verkaufte Bacmeister das Haus wegen finanzieller Schwierigkeiten an die Zigarrenmanufaktur Steinmeister & Wellensiek aus Bünde, die dort eine Filiale errichtete und das Herrenhaus 1881 ein zweites Mal erweiterte – auf eine Größe von nunmehr 24 x 9,6 m. Um die Jahrhundertwende kam noch ein Anbau hinzu.

1911 wurde das Herrenhaus an Wilhelm Blase verkauft, dessen Familie dort bis 1971 wohnte.

Danach verfiel das Herrenhaus zusehends und stand 1976 unmittelbar vor dem Abriss. Im letzten Moment gelang es der "Gemeinschaft zur Erhaltung der Natur" aus Bünde das Gebäude zu erwerben und die Restaurierung begann. Diese musste 1983 aus finanziellen Gründen zunächst unterbrochen werden, bis 1986 die gerade gegründete "Stiftung für die Natur Ravensberg" das Haus erwarb und mit Mitteln der Denkmalpflege, des Arbeitsamts und Eigenmitteln die Renovierung 1991 abschloss.

Heute steht das Gebäude der Stiftung für ihre vielfältigen Aktivitäten zur Verfügung und ist seit dem 01.06.1993 auch Sitz der Biologischen Station Ravensberg. Ein Raum mit einem historischen Deckengemälde dient der Gemeinde Kirchlengern als Trauzimmer, im gemütlichen Gewölbekeller kann gefeiert werden und das geräumige Dachgeschoss wird für Kurse, Tagungen und Vorträge vermietet.

 


Trauzimmer


Gewölbekeller