Untersuchungen an Feldsperlingen auf einer Obstplantage

In einer Kooperation zwischen der Biologischen Bundesanstalt (Münster), der Universität Bielefeld, Fakultät für Biologie und der Biologischen Station wird folgender Fragestellung nachgegangen:

  • Können Feldsperlinge auch wirtschaftlich genutzte Obstplantagen ausreichend für die Jungenaufzucht nutzen?
  • Wo suchen die geschützten und selten gewordenen Vögel Nahrung für die Jungenaufzucht?
  • Welche Verbesserungen helfen bedrohten Vogelarten in der vom Menschen genutzten Landschaft

  genaue Standortbestimmung der Nistkästen per GPS

Hintergrund

Auf der Obstplantage Otte in Hiddenhausen wird seit vielen Jahren mit kontrollierten Anbaumethoden gearbeitet (Pestizide nur nach Bedarf etc.). Nachdem schon der Plantagenbesitzer mit ehrenamtlicher Unterstützung an die 100 Nisthilfen angebracht hat, wurden erste Untersuchungen an den Singvögeln auf Laienbasis gemacht. Seit zwei Jahren untersucht die “Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft” unter Leitung von Dr. H. Gemmecke ca. 120 Nistkästen für Meisen und Feldsperlinge auf den Flächen des Obsthofes, um zu zeigen, dass auch auf wirtschaftlich genutzten Obstplantagen die Vogelwelt nicht unbedingt benachteiligt sein muss.

Nun soll der Aktionsradius der Brutvögel, in erster Linie der Feldsperlinge, ermittelt werden, um die wirkliche Eignung der Plantagenflächen für die Nahrung der Jung- und Altvögel herauszufinden. Diese Fragestellung kann nur angemessen beantwortet werden, wenn einzelne Tiere gefangen, beringt und mit Sendern versehen werden (diese Methode heißt Telemetrie). Schon seit 1994 wird auf den Flächen beringt, d.h. ein gewisser Anteil der Vögel ist bereits individuell markiert.

Neben der Beobachten der fütternden Altvögel (Videokameras teilweise vorhanden), Kontrolle der Nistkästen, Fangen, Beringen werden nun einzelne Vögel mit Mini-Sendern ausgestattet. Mit Empfangsgeräten (s. Bild oben ) konnten die Aktionsradien schon mehrfach und mehrere Tage lang erfolgreich gepeilt werden.

Nach meist nur 2-3 Wochen fallen die extrem leichten Sender (0,8 g) ab. Trotz der Behinderung füttern die Feldsperlinge in der Untersuchung offenbar normal weiter.

Eine Diplomarbeit an der Universität, Betreuung Prof. Dr. Roland Sossinka, wurde zu diesem Thema von Karen Tappe erstellt. Diese ist in einem Poster (PDF-Datei 190 KB) zusammengefasst.












  Anbringen des Minisenders

Anbringen des Minisenders

Diplomandin Karen Tappe und Praktikant Peter Niemann beim Telemetrieren auf dem Obsthof Otte / Hiddenhausen im Mai 2003

Zusammenfassung der Diplomarbeit von Karen Tappe

Für den Natur- und Artenschutz sind alle Informationen über teilweise gefährdetet Tierarten (der Feldsperling steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten in NRW) und ihre Überlebensweise in der vom Menschen vielfach genutzten Landschaft von großer Bedeutung. Erkenntnisse aus dieser Arbeit können helfen, Verbesserungen bei vielen anderen Flächen im Bereich Obstbau und Landwirtschaft allgemein für die betroffenen Tierarten und der relevanten Lebensräume zu erreichen.