Zauneidechse (Lacerta agilis)

Im Rahmen einer in den Jahren 2000- 2001 durchgeführten Reptilienkartierung im Kreis Herford (M.Henf 2001) konnten zum Teil historische Zauneidechsenpopulationen bestätigt, darüber hinaus aber auch weitere, bisher unbekannte, nachgewiesen werden. Dennoch sollte diese Tatsache nicht als Zeichen der Entwarnung gewertet werden, denn die Zauneidechse ist im Kreis Herford nach wie vor akut vom Aussterben bedroht. Meist handelt es sich um kleine, teilweise nur wenige Tiere umfassende Populationen die auf ihren „Biotopinseln“ überlebt haben, sich aber in der heute fragmentierten Landschaft nicht mehr aktiv austauschen können. So kommt es zu einer genetischen Verarmung, die auf lange Sicht zum Aussterben der kleinen Restpopulationen führt. Finden kann man sie heute noch entlang der Eisenbahntrasse östlich der Werre und südlich der Else. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt im östlichen Kreisgebiet, besonders im Raum Vlotho (M.Henf 2001).

  Zauneidechsenpaar (Quelle: Dieter Marten)

Zauneidechsenpaar (Quelle: Dieter Marten)


Verbreitungskarte Zauneidechse

Verbreitungskarte 2012 im Kreis Herford, eingeteilt in TK25-Viertel
Link zur Legende der Karte



Allgemeine Informationen

Die Zauneidechse ist von den im Krs. Herford vorkommenden Reptilienarten die wärmeliebenste Art. Im Gegensatz zu den bereits vorgestellten, ovoviviparen Arten ist sie Eierlegend. Das heißt sie legt wie die meisten Reptilien Eier, die dann von der Sonne ausgebrütet werden. Während der Paarungszeit im Frühjahr färben sich die Männchen leuchtend Grün.


Lebensraum

Ein vielfältiges Mosaik aus vegetationsfreien und bewachsenen Flächen, eine dichte Krautschicht, unterbrochen von Steinen, Totholz oder Büschen.

Wichtig sind gut geeignete Sonnenplätze und besonnte Bereiche mit lockerer Erde, die zur Eiablage günstig sind. Meist werden Saumbereiche besiedelt, Wegränder, Hecken, Uferböschungen, Steinbrüche und vor allem Bahndämme

Gefährdungsursachen

Neben der in den 60er und 70er Jahren intensiv betriebenen Flurbereinigung ist vor allem der erhöhte Stickstoffgehalt in der Luft verantwortlich für den Rückgang dieser Zauneidechse. Das durch den erhöhten Nährstoffeintrag in den Boden ausgelöste, intensive Pflanzenwachstum hat viele ehemals nährstoffarme, magere und für die Eidechse überlebensnotwendige Flächen förmlich zugewuchert. So sind zum Beispiel die Ufer und Dämme entlang der Werre, einstmals häufig von ihr besiedelt, heute so gut wie „Eidechsenfrei“! Auch falsch betriebene „Landespflege“ die das Bepflanzen von genannten Standorten vorantrieb, führte zum weiträumigen Erlöschen ehemaliger Populationen (E.Möller).

Rote Liste NRW

  • Kategorie 3: „gefährdet“

Hilfsmaßnahmen

  • Freischneiden von ehemaligen Biotopen um so eine eventuelle Rückbesiedelung zu ermöglichen
  • Naturnahe Gestaltung von Gärten