Sumpfschrecke (Mecostethus grossus)

Das Hauptvorkommen der Sumpfschrecke in Nordrhein Westfalen sind die Feuchtwiesengebiete der westfälischen Bucht.

Im Kreis Herford gibt es derzeit wenige Fundpunkte mit zum Teil intakten Populationen im Naturschutzgebiet "Enger Bruch" sowie dem b-LSG "Werfener Bruch".

  Sumpfschrecke


NSG-Kartierung 2005

Verbreitungskarte der Sumpfschrecke im Kreis Herford
Link zur Legende der Karte

Allgemeine Informationen

Die Sumpfschrecke, eine unserer optisch reizvollsten, heimischen Heuschrecken, wird bis zu vier Zemtimeter groß, ist meist olivgrün bis dunkelbraun (wobei die Färbung sehr variabel ist) und die Weibchen können zum Teil auch purpurrot gescheckt sein. Die bedornten Schenkel der Hinterbeine zieht sie ruckartig über ihre geschlossenen Flügel und erzeugt so einen den meisten Heuschrecken eigenen Gesang, dessen knipsende Laute bei dieser Art bis zu 10 Meter weit hörbar ist. Viele Heuschreckenarten sind oft nur mit Hilfe ihres ganz spezifischen Gesanges zu bestimmen. Von allen europäischen Arten ist die Larve der Sumpfschrecke am meisten feuchtigkeitsabhängig. Nach fünf Larvenstadien kann man zwischen Juli und Oktober die ausgewachsenen Tiere beobachten. Ihre Eier sind abhängig von eine ganzjährigen Durchfeuchtung des Bodens, da sie sonst austrocknen.

Lebensraum

  • Ausschließlich in intakten Feuchtgebieten zu finden und auf diese noch stärker angewiesen als der Sumpfgrashüpfer
  • Nasse Grünlandbereiche, Wiesen, Weiden, Gewässerufer und teilweise auf Schwingrasen der Moore
  • Aufgrund ihrer speziellen Biotopansprüche eignet sich diese Art gut als Indikator für noch intakte, schützenswerte Feuchtgebiete.

Gefährdungsursachen

In Deutschland ist die einst häufige Sumpfschrecke als Folge der Entwässerung ihrer Lebensräume sehr selten geworden und aus vielen Gegenden völlig verschwunden.

Landesweit ist sie auf der Roten Liste (LÖBF 1999) als stark gefährdet eingestuft.

Aufgrund ihrer oben genannten, speziellen Lebensraumansprüche ist ein Aussterben nach der Entwässerung von noch intakten Feuchtwiesen in dem betreffenden Biotop vorprogrammiert, sollten sich keine Rückzugsflächen anbieten. Durch ihre Flugfähigkeit ist die Art in der Lage, neue potentielle Lebensräume im Umkreis von einigen hundert Metern zu besiedeln.

Leider handelt es sich bei Entwässerungen jedoch in der Regel um umfangreiche Großprojekte, bei denen oft nur wenige Flächen im ursprünglichen Zustand erhalten bleiben, weshalb ein weiterer Rückgang der Art zu befürchten ist.

Auch eine intensive Landwirtschaft mit mehrschüriger Nutzung von Feuchtwiesen und deren Austrocknung als Folge haben der Art von vielen früher extensiv bewirtschafteten Flächen vertrieben. Auch zu starke Düngung kann ein günstiges Biotop für sie unbewohnbar machen.

Rote Liste NRW

  • Kategorie 2: "stark gefährdet"

Hilfsmaßnahmen

  • In erster Linie der Erhalt von noch intakten Feuchtwiesen und Feuchtgebieten
  • Extensive, nur ein- bis zweischürige Nutzung der Wiesen
  • Erhalt von Nasswiesenparzellen innerhalb stärker bewirtschafteter Flächen um so Rückzugsrefugien zu schaffen.
  • Verzicht auf übermäßige Düngung auf Wiesen