Sumpfgrashüpfer (Chorthippus montanus)

Allgemein zwar noch etwas häufiger als die Sumpfschrecke, gehört der Sumpfgrashüpfer im Kreis Herford ebenfalls zu den sehr seltenen Heuschreckenarten.

Er konnte im Naturschutzgebiet "Füllenbruch" sowie dem NSG "Turenbusch" festgestellt werden.

  Sumpfgrashüpfer

NSG-Kartierung 2005

Verbreitungskarte des Sumpfgrashüpfers im Kreis Herford
Link zur Legende der Karte

Allgemeine Informationen

Der Sumpfgrashüpfer ist anhand von äußerlichen Merkmalen kaum von seinem Verwandten, dem Gemeinen Grashüpfer (Chorthippus parallelus) zu unterscheiden. Eine eindeutige Bestimmung ist nur nach Vergleich des unterschiedlichen Gesanges beider Arten möglich. Oft ist er mit der Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) und den Schwertschrecken (Conocephalus spec.) vergesellschaftet.

Lebensraum

  • Sumpfige Wiesen, Weiden, Schwingrasen und Auegrünland.

Beim Sumpfgrashüpfer handelt es sich um eine weitere Art, die bevorzugt nasses und sumpfiges Grünland besiedelt. Wie die Sumpfschrecke auch ist er sehr feuchtigkeitsliebend und für seine erfolgreiche Entwicklung ebenfalls abhängig von dieser, kann gelegentlich und selten aber auch in etwas trockeneren Lebensräumen gefunden werden, wo er manchmal Mischpopulationen mit dem Gemeinen Grashüpfer bildet. Als Charakterart der feuchten und staunassen Wiesen ist er oft mit der Sumpfschrecke (Stethophyma grossum) und den Schwertschrecken (Conocephalus spec.) vergesellschaftet. Wichtig ist auch bei ihm eine ganzjährige Durchfeuchtung des Bodens, damit seine empfindlichen Eier nach der Ablage nicht austrocknen. Sumpfige Wiesen, Weiden, Schwingrasen und Auegrünland

Gefährdungsursachen

Wie auch für die Sumpfschrecke birgt für den Sumpfgrashüpfer vor allem die Entwässerung von noch intakten Feuchtwiesen ein großes Gefährdungspotential. Die intensive Nutzung als mehrschürige Wiese ist ebenfalls von großem Nachteil für diese Art, da bei häufigem Schnitt der Oberboden austrocknet und damit die Eier bzw. auch die Larven keine Entwicklungschancen haben.

Rote Liste NRW

  • Kategorie 3: „gefährdet“

Hilfsmaßnahmen

  • Erhalt und Pflege von noch intakten Feuchtwiesen.
  • Die Art ist auf mäßige Bewirtschaftungsmaßnahmen angewiesen.
  • Eine geeignete Pflegemaßnahme für die Lebensräume des Sumpfgrashüpfers ist die extensive Bewirtschaftung der Nasswiesen durch ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr oder extensive Beweidung.
  • Eine ausreichende Durchfeuchtung des Bodens (ggf. durch Anstau von Gräben)
  • Da die Art im Normalfall flugunfähig ist, sollte im Sinne eines Biotopverbundes für ausreichende Trittsteine bzw. Korridore gesorgt werden.