Neuntöter (Lanius collurio)

Der Bestand des Neuntöters ist in Westfalen regional sehr unterschiedlich. Als Ursache für die Räumung weiter Landstriche kommt eine Intensivierung der Landnutzung in Frage. Zwischen 1996 und 1997 ergaben Kartierungen im Kreis Herford die höchste Bestandsdichte im Raum Vlotho, vereinzelte Vorkommen konnten in Spenge, Enger und Rödinghausen ermittelt werden. Bei einer neuen Erhebung in 2005 konnten viele dieser Einzelvorkommen nicht mehr bestätigt werden, sodass das Vorkommen in der Umgebung von Vlotho eine besondere Bedeutung hat. Die Ursache für eine zeitweise Wiederbesiedlung früherer Reviere könnte in den günstigen Witterungsbedingungen in einigen Nistperioden der 1990er Jahre liegen.

  Der Neutöter: Illustration von Ron Meier
Der Neutöter: Illustration von Ron Meier

Verbreitungskarte Neuntöter 1998
Neuntöterkartierung im Kreis Herford 1998
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Verbreitungskarte Neuntöter 2005

Neuntöterkartierung im Kreis Herford 2005
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Verbreitungskarte Neuntöter 2012

Verbreitungskarte 2012 im Kreis Herford, eingeteilt in TK25-Viertel

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Allgemeine Informationen

  • Der Neuntöter, auch Rotrückenwürger genannt, deutlich größer als ein Sperling (ca. 17 cm Länge).
  • Wie alle Vogelarten aus der Familie der Würger hat auch er einen langen Schwanz, einen kräftigen harkenartig gekrümmten Schnabel und einen großen Kopf.

Lebensraum

  • halboffene, durch Hecken, Gebüschgruppen, Einzelbäume- und Büsche strukturierte Landschaften
  • Saumbereich von Waldrändern mit angrenzenden Nahrungsflächen wie z.B. Obstbaumbestände, Wiesen, Brachen oder wärmebegünstigte Bereiche wie südexponierte Hänge und Trockenrasen
  • Wichtiges Element der Neuntöter-Reviere sind dornentragende Sträucher und Gebüsche
  • Charakteristisch ist für ihn das anlegen von „Futterspeichern“ durch das Aufspießen toter Beutetiere auf Dornen oder Stacheldraht
  • Gebiete mit ausreichendem Nahrungsangebot, bestehend aus mittelgroßen bis großen Insekten (Käfer, Schmetterlinge, Heuschrecken, Hautflügler) aber auch Kleinsäuger und Reptilien
  • Das Nest wird in dichter Vegetation in Hecken und Gebüschen, aber auch in Bäumen angelegt.

Gefährdungsursachen

  • Verlust von geeigneten Lebensräumen durch Flurbereinigung und intensivierte Landnutzung
  • Vernichtung und Aufgabe der Pflege von Hecken, Gebüschzonen und Saumbiotopen
  • Rückgang des Nahrungsangebotes, vor allem an Großinsekten

Rote Liste NRW

  • Kategorie 3: „gefährdet“

Hilfsmaßnahmen

  • Schutz und Förderung artenreicher Feldfluren mit ungedüngten Wiesen, strukturreichen Hecken, Brachstreifen- und flächen
  • Erhalt, Pflege und evtl. Neupflanzung von Hecken mit heimischen Gehölzarten (v.a. dornentragende Sträucher) in Gebieten mit geeignetem Umfeld
  • Förderung artenreicher Waldsäume und Entfernung von Fichtenkulturen und Verbuschung an Hanglagen