Laubfrosch (Hyla arborea)

Die populärste und wohl bekannteste Froschlurchart Deutschlands, der Laubfrosch, ist im Kreis Herford leider bis auf wenige, kleine Restpopulationen nahezu flächendeckend ausgestorben. Die großflächige Lebensraumzerstörung der letzten Jahrzehente, vor allem der Verlust von Kleingewässern zur Reproduktion, machte den einst häufigen Lurch zu einem unserer seltensten Frösche. Das einzige Biotop im Kreis Herford mit einer Restpopulation des Laubfrosches wurde 1995 von der Biostation Ravensberg mit dem Heimatverein und der Unteren Landschaftsbehörde wieder zu einem attraktiven Lebensraum für den Laubfrosch hergerichtet. Neue Biotope wurden angelegt. So konnte er dort mitlerweile wieder eine relativ stabile Population bilden.

 
Laubfrosch (Illustration von Ron Meier)

Der Laubfrosch: Illustration von Ron Meier


(Aufgrund der großen Seltenheit der Art im Kreis Herford wurde an dieser Stelle, im Sinne des Schutzes, auf eine Verbreitungskarte verzichtet)


Allgemeine Informationen

Der Laubfrosch hebt sich in jeder Hinsicht von seinen heimischen Artverwandten ab. So ist er zum Beispiel der Einzige, der aufgrund von Haftscheiben an seinen Finger- und Zehenspitzen in der Lage ist, Büsche und Bäume zu erklettern und sich selbst an Glasscheiben zu halten. Diese "Saugnäpfe" sind für ihn überlebenswichtig, verbringt er doch einen großen Teil seines Lebens außerhalb des kühlen Nasses auf Sträuchern, Hecken und Bäumen. Aufgrund seines "possierlichen" Aussehens zog der kleine Kletterfrosch schon immer die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich und so wurden in früheren Zeiten unzählige von ihnen, im Volksmund als "Wetterfrosch" bezeichnet, in Einmachgläsern gehalten. Der Laubfrosch auf dem Leiterchen sollte schönes Wetter prophezeien. Mit seiner angeblichen Wettervorhersagefähigkeit hat es jedoch eine einfache Bewandnis. Bei schönem Wetter erklettert das wärmeliebende Tier eine erhöhte Sitzwarte um möglichst viel Sonne zu tanken und vorbeifliegende Insekten zu erhaschen. Bei Wind und regen verbirgt er sich am Boden. So fristeten tausende Laubfrösche ein trostloses dasein als Wetterfrosch, der eigentliche Grund für seine heutige Seltenheit ist jedoch der großflächige Lebensraumverlust in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts.

Lebensraum

Der Laubfrosch ist fast in ganz Europa verbreitet. Er bewohnt Gewässer nahezu jeder Größe und Tiefe, entscheidend ist vor allem die Besonnung. Vollbeschattete Gewässer werden gemieden. Die Ufer und Umgebung der Laichgewässer spielen eine wichtige Rolle als Lebensraum, da sich die Frösche nur zur Fortpflanzung im Gewässer selbst aufhalten. verschiedene Pflanzen wie Hochstauden, Sträucher und lichte Bäume müssen vorhanden sein, um als Sonnenplatz und Jagdansitz zu dienen.

Gefährdungsursachen

  • Beschattung der Fortpflanzungsgewässer durch Büsche und Bäume infolge mangelnder Naturschutzpflege
  • Verlust von geeigneten Lebensräumen durch Flurbereinigung und intensivierte Landnutzung
  • Trockenlegung von Feuchtgebieten,
  • zuschütten und Verlandung von Kleingewässern
  • Vernichtung von Hecken, Gebüschzonen und Saumbiotopen
  • Früher Fang zur Haltung als Wetterfrosch

Rote Liste NRW

  • Kategorie 2: "stark gefährdet"
  • in Westfalen- Kategorie 1: "vom Aussterben bedroht"

Hilfsmaßnahmen

  • Anlage und Erhaltung von Kleingewässern, Teichen, Feuchtgebieten
  • Freischneiden der Gewässer um sie vor Beschattung und Verlanden zu bewahren
  • Erhaltung der Landlebensräume wie Hecken, blütenreiche Sträucher und Gebüschzonen