Kreuzkröte (Bufo calamita)

Die Kreuzkröte ist mit nur einem bestätigten Fundort die wahrscheinlich seltenste Amphibie im Kreis Herford. Durch umfangreiche Hilfsmaßnahmen der Biologischen Station Ravensberg und der Stadt (Anlage von zusätzlichen Laichpfützen) konnte diese isolierte Population stabilisiert und sogar erfolgreich vermehrt werden. Durch Renaturierung bzw. Neuschaffung geeigneter Biotope könnte eine Ausbreitung dieser Art gefördert werden.

  Kreuzkröte


(Aufgrund der großen Seltenheit der Art im Kreis Herford wurde an dieser Stelle, im Sinne des Schutzes, auf eine Verbreitungskarte verzichtet)


Allgemeine Informationen

Die Kreuzkröte (benannt nach dem schwefelgelben Strich der sich über ihren Rücken, bzw. ihr "Kreuz" zieht), bewegt sich nicht wie man vermuten würde hüpfend fort, sondern "huscht" aufgrund ihrer kurzen Beine mausähnlich, dicht über den Boden. So ist sie sehr mobil und kann weite Entfernungen zurücklegen um zum Beispiel neue Lebensräume zu besiedeln. Die Rufe der Männchen während der Paarungszeit sind über zwei Kilometer weit hörbar (nur der Laubfrosch ruft noch lauter) und gleichen einem metallisch lauten Rätschen: "ärr .. ärr .. ärr" (leicht mit dem Ruf des Ziegenmelkers zu verwechseln). Mit einer rasanten Entwicklung vom Ei zur kleinen Kröte innerhalb von nur 6 Wochen sind sie die Amphibienart, die wahrscheinlich am schnellsten das Gewässer ihrer Geburt verlassen, sozusagen die kürzeste "Kindheit" besitzen! Als sogenannte "Pionierart" laichen Kreuzkröten vor allem in flachen, warmen Pfützen die fast immer durch Austrocknung gefährdet sind, daher die ungewöhnlich schnelle Entwicklung.

Lebensraum

Der natürliche Lebensraum der Kreuzkröte, unberührte und dynamische Flussauen, sind fast alle dem Gewässerverbau zum Opfer gefallen. Aus diesem Grund ist sie heute bei uns fast immer auf anthropogen entstandene Sekundärbiotope angewiesen. Dazu gehören: Sand-, Schotter- und Kiesgruben, Steinbrüche, Truppenübungsplätze, Mülldeponien, Ruderalflächen, aufgelassene Industriebrachen und Heidelandschaften. Wichtig ist das Vorhandensein von grabbarem Substrat. Die meist kleinen Gewässer an solch offenen, trocken- warmen Standorten werden zur Fortpflanzung genutzt, solange sie einen flachen (=warmen), temporären Charakter haben. Bei zunehmender Eutrophierung werden sie zur Vermehrung ungeeignet. Größere, tiefe Gewässer werden völlig gemieden!

Gefährdungsursachen

  • Umwandlung von Steinbrüchen, Sand- und Tongruben in Mülldeponien
  • Fehlen geeigneter Laichgewässer, Rekultivierung von Brach- und Ödland

Rote Liste NRW

  • Kategorie 3: "gefährdet"
  • für das Weserbergland- Kategorie 2: "stark gefährdet"

Hilfsmaßnahmen

  • Erhalt von "Pionierstandorten" wie Steinbrüchen, Sandgruben, Dünen, Industriebrachen
  • Schutz der flachen Laichgewässer