Kiebitz (Vanellus vanellus)

Aus dem Jahr 1990 (s. "Die Kiebitze sterben aus!", Heft 1/91 der "Stechmücke" - Vereinsschrift des BUND Kreis Herford) stammt die erste flächendeckende Erfassung der Kiebitzbestände im Kreis Herford. Damals hatte die ehrenamtliche Arbeitsgruppe des BUND nur noch 30 Paare festgestellt. 1996 waren es 42-48 Paare. Fünf Jahre später wurden 39 Paare erfasst. Im Jahr 2003 wurde zu einer landesweiten Erfassung aufgerufen, an der sich die Station beteiligte. Erstaunlicherweise konnten wir einen starken Zuwachs verzeichnen und zählten 60-70 Paare.

  Der Kiebitz: Illustration von Ron Meier

Der Kiebitz: Illustration von Ron Meier


Verbreitungskarte 2012 im Kreis Herford, eingeteilt in TK25-Viertel


Leider brüten die Kiebitze in erster Linie auf Äckern, was den Gelegeverlust stark erhöht. Nach vorsichtigen Schätzungen erreichen die Kiebitze im Kreis Herford nie mehr als einen Bruterfolg von 0,4 Junge/Brutpaar (diese Angaben sind ohne Gewähr auf Vollständigkeit). Dieser geringe Bruterfolg - nötig zur Erhaltung der Bestände sind 1,4 Jungvögel / Brutpaar - ist überregional leider die Norm und bedeutet, dass auch im Kreis Herford die Kiebitze nicht genügend Junge hervorbringen um den Bestand zu halten. Man muss auch aus der erfreulichen Zunahmen schließen, dass die erhöhte Brutpaarzahl auf Zuwanderung zurückzuführen sind. Zudem spielen klimatische Faktoren im Frühjahr eine große Rolle.

Jahr

Anzahl Paare
1991
ca. 31
1996
40-50
2001
39
2003
60-70
 





Übersicht der Kartierungen der
letzten Jahre

Die Bestandsentwicklung im NSG Füllenbruch wurde besonders gründlich verfolgt. Hier führen Mitarbeiter der Station schon seit Jahren Maßnahmen zum Schutz der Kolonie durch (Absprachen mit Bewirtschaftern, Suchen und Kennzeichnung der Gelege usw.)

1989 gelang dort kein Brutnachweis mehr, 1990 bestand nur ein Brutverdacht. 1996 fanden wir 4-6 Paare, 2001 waren es schon 9 und 2003 erfreuten uns 12 brütende Paare im Füllenbruch. Leider haben wir hier auch große Verluste vor allem bei den Jungtieren; wahrscheinlich verursacht durch Füchse und Hauskatzen aus der nahen Sieldung.

Deutlich sind Verbreitungszentren zu erkennen: Wiesengebiete der Niederung von Else und Werre mit angrenzenden Bereichen (Wiesen an der Warmenau Höhe Kläranlage Spenge, Enger Bruch, Werfener Bruch, Werfener Wiesen, Füllenbruch). An nur wenigen Standorten finden sich weit mehr als die Hälfte der letzten Wiesenvogelart für den Kreis. Der Schutz und die Entwicklung dieser Flächen ist deshalb von besonderer Bedeutung. Erschreckend ist die Gefährdung der Art in der Elseniederung bei Werfen. Hier droht der geplante Bau der L557 einen wichtigen Teil der Kiebitzbrutplätze zu vernichten.

Ein herzlicher Dank gilt der Helfern aus dem Ehrenamt: Jürgen Albrecht, Eheleute Breitensträter, Jörg Hadasch, Burkhard Kriesten, Peter Niemann, Erhard Nolte, Malte Reinecke und viele Anrufer, die vor allem im Jahr 2001 auf die z.T. versprengten Vorkommen im Kreis aufmerksam machten.