Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Im Kreis Herford findet man den Feuersalamander vor allem in den naturnahen Laubwäldern des Wiehengebirges und dessen Ausläufern. Eine Individuenstarke Population lebt im Naturschutzgebiet "Wehmerhorster Wiesental" bei Rödinghausen.

  Feuersalamander: Porträt von Ron Meier


Verbreitungskarte des Feuersalamanders im Kreis Herford
Link zur Legende der Karte


Allgemeine Informationen

Aufgrund seiner Größe und vor allem seiner eindrucksvollen Farbzeichnung hat der Feuersalamander schon immer die Aufmerksamkeit der Menschen, die das Glück hatten ihm zu begegnen, auf sich gezogen. In früheren Zeiten allerdings wurde seine Erscheinung weniger als glücklicher Zufall, sondern vielmehr als unheilvolles Vorzeichen gedeutet. Der allgemein verbreitete Aberglaube dichtete ihm die unglaublichsten Fähigkeiten und Geschichten an und schon in antiken Schriften, verfasst noch vor unserer Zeitrechnung, findet er Erwähnung als todbringendes Geschöpf. Wahrscheinlich führte seine versteckte und nachtaktive Lebensweise in ursprünglichen Wäldern und sein auftreten in der Nähe von für damalige Menschen lebenswichtigen und oft heiligen Quellen zu diesem verkannten Image. Tatsächlich ist der Salamander so giftig, das Freßfeinde bis zur Größe eines Hundes nach seinem Verzehr daran sterben können. Die auffällige Färbung sollte jedem Feind als Warnung genügen, reicht diese als Abschreckung nicht aus, sondert er über Hautdrüsen ein giftiges Sekret ab, das für den Menschen zwar ungefährlich, aber dennoch zu leichten Reizungen führen kann, weshalb man sich besser nur an seinem schönen Anblick erfreuen sollte.

Lebensraum

  • feuchte, krautreiche, von Quellbächen durchzogene Laubmischwälder im Hügel- und Bergland
  • Quelltümpeldurchzogene, sumpfige Wälder
  • bei günstigen Bedingungen selten auch feuchte Nadelwälder oder Gärten und Parkanlagen (Ruhrgebiet)

Gefährdungsursachen

Wichtigster Faktor im Lebensraum der Feuersalamander ist der Zustand der zur Reproduktion benötigten Quellen, Quellbäche und kleinen, sauberen Tümpeln. Die Bachläufe können schon durch kleinste Eingriffe und Veränderungen so empfindlich gestört werden, das eine erfolgreiche Fortpflanzung für die Salamander nahezu unmöglich wird. Da die Larven zur Entwicklung auf strömungsarme Flachwasserbereiche angewiesen sind, kann durch veränderten Wasserrstand (z.B. aufgrund von eingeleitetem Regen- oder Abwasser) eine ganze Larvengeneration "fortgespült" werden. Durch massive Eingriffe in die Bachsysteme, Ausbau, Verrohrung, Trockenlegung, Anpflanzung von Fichtenmonokulturen oder Schadstoffbelastung wurden viele ehemalige Salamanderbiotope unbewohnbar. Nicht zu unterschätzen ist weiterhin die "Zerstückelung" der Lebensräume durch Straßen, auf denen unzählige Salamander bei feuchtem Wetter oder auf dem Weg zu den Fortpflanzungsgewässern, den Tod finden.

Rote Liste NRW

  • Kategorie n: „nicht in der Roten Liste geführt“

Hilfsmaßnahmen

  • Renaturierung von Fichtenmonokulturen in naturnahe Laubwaldbestände
  • Erhalt von Bachläufen und Quellen in ihrem natürlichen Zustand
  • Renaturierung von z.B. verrohrten Bächen
  • Vermeidung von Schadstoffeinleitung in natürliche Gewässersysteme
  • Dezimierung von eingesetzen Fischen