Enger Bruch

Das Enger Bruch ist wie viele vergleichbare Gebiete ein uraltes Weidegebiet, das der Mensch vor mehr als 500 Jahren dem (feuchten Bruch-)Wald abtrotze. In einer flachen Senke liegend hatte sich im Bruch mit Sümpfen und offenen Wasserflächen immer lange Wasser gehalten, was die Nutzung erheblich erschwerte. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden die Techniken und Anstrengungen zur Trockenlegung erheblich verbessert bzw. gesteigert.

Aber auch heute noch werden bei stärkeren Regenfällen weite Flächen im NSG Enger Bruch überschwemmt. Seit ca. 1960 wurde für immer mehr Eigentümer die Bewirtschaftung ihrer Flächen zunehmend uninteressant. Die Aufgabe der traditionellen Grünlandnutzung durch Beweidung veränderte das Bild der Landschaft: Neben Äckern und Wiesen entstanden Brachflächen; Gehölze wuchsen auf. Rohrglanzgrasbestände, Mädesüßhochstaudenfluren, Seggen- und Binsenflächen breiteten sich aus.

Parallel zur Ausweisung der ersten Gewerbeflächen am Rande des Bruches wurde die Bedeutung des Gebiets für den Naturschutz erkannt. Seit 1981 hat das Land NRW Grundstücke im Umfang von fast 30 ha in der Kernzone des Enger Bruchs angekauft, um diese großräumige feuchte Geländesenke mit wertvollen Biotoptypen zu erhalten. Seit dem 04.07.1989 ist das Enger Bruch als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Das heutige NSG umfasst eine Fläche von 52,7 ha.

  Überschwemmung der "Kranichwiese"

Aktuelles zum Enger Bruch

QR-Code zu Ornitho.de

Der erste QR-Code für www.ornitho.de in ganz NRW ist im Enger Bruch fest angebracht und tut seine Arbeit: Im viel besuchten Naturschutzgebiet vor den Toren der Stadt kann nun jedermann mit seinem Smartphone und QR-Codescanner den Code einlesen und dieser zeigt anschließend die zuletzt aus dem Gebiet gemeldeten Vogelbeobachtungen.

Vögel
Wichtige Brutvögel sind Rebhuhn, Kiebitz, Wasserralle, Kuckuck und Teichrohsänger. Als Durchzügler werden regelmäßig viele Arten wie Schnatter-, Knäk- und Krickente, Watvögel wie Bekassine, Kampfläufer und Dunkler Wasserläufer angetroffen. Ein Aussichtsturm ist seit 2002 neues Wahrzeichen des Gebietes, von dem aus die ständigen und periodischen Wasserflächen gut einsehbar sind - ohne die Vögel durch Annäherung zu stören. Bisher wurden 183 Vogelarten im Enger Bruch nachgewiesen.

Pflanzen
Die extensiv oder gar nicht mehr genutzten öffentlichen Flächen beherbergen Reste artenreicher Feuchtwiesen. Wassergreiskrautwiesen weisen noch nennenswerte Areale auf, verarmen aber aufgrund zunehmender Verbrachung.

Pflanzenarten der Roten Liste und der Vorwarnliste sind weitgehend auf die landeseigenen Flächen beschränkt. Dabei finden sich viele typische Feuchtgrünland-Vertreter auf Brachen häufiger als auf bewirtschafteten Flächen. Um diese vor der rasch fortschreitenden Sukzession zu schützen, muss die Bewirtschaftung des Grünlandes insgesamt deutlich optimiert werden.
Die Hochstauden und Röhrichte im Enger Bruch sind z.T. von großer Bedeutung. Bei den Mädesüß-Hochstauden ist vor allem die Sumpfstorchschnabel-Mädesüß-Gesellschaft (Filipendulo-Geranietum palustris) zu nennen. Rohrglanzgras-Röhrichte und verschiedene, teilweise extrem seltene Seggenriede finden sich im Gebiet. In und an den Gräben bilden sich wertvolle Gesellschaften, wie z.B. Brunnenkresse-Röhrichte, die aber immer wieder durch Unterhaltungsmaßnahmen gefährdet sind.

Heuschrecken
Eine relativ hohe Anzahl Rote-Liste-Arten mit z.T. sehr guten Beständen bei den Heuschrecken verdeutlicht die Bedeutung des Enger Bruches für die Region als Rückzugsraum. Als herausragend einzustufen ist das Vorkommen der Sumpfschrecke, die auf hohe Bodenfeuchtigkeit als wichtigste Existenzvoraussetzung angewiesen ist. Ihr Vorkommen auf einer Nasswiese in der Kernzone des NSG deutet also auf einen weitgehend ungestörten Wasserhaushalt hin. Auf extensiv genutzten bzw. auf brachgefallenen Flächen mit unterschiedlicher Vegetationsstruktur ist die Artenvielfalt am größten.

Weitere Information über das Naturschutzgebiet finden Sie auf der Seite des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen.

Lage und Abgrenzung des Gebietes: Bei Klick öffnet sich die Maßnahmenkarte
Karte 1: Lage und Abgrenzung des Gebietes, durch Klick auf die Karte sehen Sie das Gebiet im GEOViewer vom Kreis Herford

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